Kolumne 08/2012: Wert der Arbeit

Liebe Leserin, lieber Leser,

zuhören, reden, Impulse aufnehmen, Kontakte knüpfen, Ideen entwickeln, das Netzwerk pflegen – all das, was während eines Vortrags mit anschließendem Empfang geschieht, fordert mich regelmäßig weniger als mein einmaliger sozialer Einsatz in der vergangenen Woche. Da war mein Platz an der Kasse des dm-Drogeriemarktes. zuerst war ich in der Filiale in der Badenstedter Straße und dann in Altwarmbüchen. Alle Einnahmen, die ich in dieser Zeit verbucht habe, kommen den beiden Initiativen „Sorgen für morgen“ und „Ahlemer Mahlzeit“ zu Gute, außerdem dem “Nachbarschaftstreff List Nord/Ost“, einer Einrichtung von Bürgern für Bürger.

Dass diese Arbeit derart schweißtreibend sein kann, hatte ich gar nicht geahnt. Mein Nacken schmerzte, während ich hoch konzentriert die Ware mit dem Code zum Einlesen über das Band zog. Dabei noch die Kasse bedienen werden und immer wieder ein paar Worte mit den Kunden wechseln. Danke an die dm-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter für ihre Freundlichkeit und ihre Geduld, Danke an die Geschäftsleitung für die Unterstützung des Projektes. Am Ende sind für alle drei Initiativen gut 2.100 Euro zusammen gekommen. Vielen Dank auch dafür!

Die Beschäftigung im Einzelhandel werde ich künftig mit einem bisschen praktischen Wissen über die Arbeitsbedingungen sehen. Wie gut, dass sie in diesen Drogeriemärkten stimmen. Aber das ist leider nicht immer der Fall. Auf dem SPD-Bundesparteitag in Berlin haben wir deshalb im Dezember einen Leitantrag zum Wert der Arbeit beschlossen. Zum Thema Einzelhandel heißt es darin:

„Die Zahl der so genannten geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse ist in den letzten Jahren stetig angestiegen. In einigen Branchen, wie z.B. im Reinigungs- und Gaststättengewerbe sowie im Einzelhandel wurde reguläre Beschäftigung systematisch durch geringfügige Beschäftigung ersetzt. Diesen Missbrauch von Minijobs durch Arbeitgeber wollen wir bekämpfen ohne die Vorteile abzuschaffen, die Arbeitnehmer in diesen Arbeitsverhältnissen für sich selbst durchaus sehen. Wir werden dazu konkrete Vorschläge erarbeiten. Als ersten Schritt wollen wir dazu eine Begrenzung der Wochenarbeitszeit bei Minijobs auf zwölf Stunden einführen. Die Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze von 400 auf 450 Euro lehnen wir ab.“

Gute Arbeit, Mindestlohn, Tarifbindung und flexible Lösungen. Diese sind Voraussetzungen, die eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie am Ende eine gute Rente garantieren. Dafür steht die SPD. Diese Grundsätze habe ich auch in einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des DGB Region Hannover, Andreas Gehrke, bekräftigen können. Ich freue mich über den Gleichklang bei diesen Positionen. Denn der verstärkt die Chancen auf eine politische Wende in diesem Land. Eine Wende zu Rot-Grün - und damit auch zu einem neuen Wert der Arbeit.

Falls Sie dazu Anregungen haben oder Fragen, wenden Sie sich gern an mich.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!


Ihr

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