Kolumne 12/2012: Neue Kraft tanken

Liebe Leserin, lieber Leser,

manche Orte haben eine eigene Magie. Mir fällt da eine ganz bestimmte Lichtung in der Eilenriede ein, unserer grünen Lunge in Hannover. Das Licht bricht durch die Baumkronen. In den würzigen Geruch von Moos, Holz und Laub mischt sich der vom ersten Bärlauch. Vögel zwitschern. Ab und an ist das Hämmern und Klopfen eines Spechtes zu hören. Ansonsten Ruhe (falls das Handy wirklich auf stumm gestellt ist). An diesem Ort kann ich abschalten, Kraft tanken, ein solches Ruhe und Natur empfinden kenne ich sonst nur aus dem Urlaub.

Für die deutschen Biathleten ist sicherlich Ruhpolding ein Ort eigener Magie. Bei der Weltmeisterschaft im März holte die Damenstaffel Gold. Magdalena Neuner verabschiedete sich mit Silber, und die Herren schossen und sprinteten sich zu Bronze. Dieses Gefühl „ich kann es packen“, dieses Vertrauen in sich und die eigenen Fähigkeiten, diese Stärke und dann der Sieg.

Bevor ich mir Ruhpolding für einen Kurzurlaub in den Osterferien aussuchte, habe ich, ehrlich gesagt, über Wunsch und Willen der Sportler bei dieser WM gar nicht nachgedacht. Der Akku war leer, Erholung angesagt. Doch inzwischen ist mir dieses Umfeld Ansporn. Ich bereite mich hier, heute im verschneiten, sonst sonnigen Südostbayern, auf den Parteitag des SPD-Stadtverbandes Hannover vor. Am 14. April stelle ich mich zur Wahl für das Amt des Oberbürgermeisters. Und ja, ich will. Mit einem guten Ergebnis nominiert werden. Ich will die Partei überzeugen und die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, die mir seit 40 Jahren Heimat ist.

Viele meiner Gedanken hier gelten Hannover. Das liegt am Nachdenken über eine Rede. Das liegt aber auch daran, dass mich jeder Weg aus dem Hotel heraus an der Schlecker-Filiale des Ortes vorbeiführt. Hier bleiben die Arbeitsplätze erhalten, hier war nicht an Schließung gedacht. Gerade an der Entscheidung der Bayrischen Landesregierung hat es gelegen, dass die Transfergesellschaft für die vielen tausend Schlecker-Mitarbeiterinnen gescheitert ist. Genauer am bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), dem Vertreter der Zwei-Prozent-Partei. Ebenso wie sein FDP-Kollege Jörg Bode in Niedersachsen lässt er 11 000 Schlecker-Frauen bundesweit ins Nichts fallen. Allein in Niedersachsen werden tausend Beschäftigte der Drogerie-Kette arbeitslos – und das, obwohl auch die FDP im Landtag der von uns eingebrachten Schlecker-Resolution zugestimmt hat. „Warme Worte, kalte Taten“, kommentiert das Stephan Weil. Dem stimme ich zu: Das tragische Schicksal der Schlecker-Frauen zeigt einmal mehr: Die schwarz-gelbe Landesregierung hat ausgedient. In Niedersachsen ebenso wie in Bayern!

Falls Sie dazu Anregungen haben oder Fragen, wenden Sie sich gern an mich.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!


Ihr

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