Kolumne 13/2012: Veränderungen, Lebensmut und Zuversicht

Liebe Leserin, lieber Leser,

raus aus dem Urlaub, rein ins Vergnügen. So in etwa habe ich meine Heimkehr aus dem Kurzurlaub erlebt. Als erster Termin stand das Osterfeuer des SPD-Ortsvereins Südstadt auf der Alten Bult an. Meterhoch schlugen die Flammen an diesem grauen und kühlen Tag. Wir alle, die wir das fröstelnd erlebten, hofften, damit würde der Winter endgültig vertrieben.

Osterfeuer, Osterhasen, Ostereier. Wichtiger noch als diese Bräuche ist die Botschaft des ältesten und wichtigsten christlichen Festes. Die frühere Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Auferstehung Jesus so interpretiert: „Der Tod hat nicht das letzte Wort. Wo ein Arzt den Punkt setzt, sagen wir: Da ist ein Doppelpunkt.“ Ostern ist also ein fröhliches Fest. Die Botschaft weit über Kirchenmauern hinaus heißt: Nicht verzagen, Lebensmut haben, Energie entwickeln, sich für Frieden, Gerechtigkeit, Solidarität einzusetzen.

Ich hoffe, dass Ihnen die Feier im Kreis Ihrer Familie und Freunde ein Stück Optimismus und Zuversicht gebracht hat. Auch ich habe Ostern mit der Familie verbracht, mit der eigenen und der politischen Familie. Wobei es, zugegeben, schon ein merkwürdiges Gefühl war zu wissen: Dieses Osterfeuer auf der Bult erlebe ich zum letzten Mal in meiner Funktion als SPD-Landtagsabgeordneter mit. Umso hat es mich gefreut, nicht nur meinen Kollegen Stefan Politze unter den Besuchern zu sehen, sondern auch alle SPD-Landtagskandidaten in dieser Stadt. Allen voran Stephan Weil, dann Doris Schröder-Köpf, Thela Wernstedt und Michael Höntsch, der sich als mein Nachfolger um den Wahlkreis 28 bewerben wird.

Hannovers CDU bietet dort ihre prominenteste Kandidatin auf: Sozialministerin Aygül Özkan. Erst in dieser Woche hat die so genannte Familienpolitikerin ein fulminantes Eigentor geschossen. Sie verteidigt das Betreuungsgeld, will Frauen lieber eine „Herdprämie“ zahlen als Kindern mehr Zugang zur Bildung in einer staatlich finanzierten Kindertagesstätte zu sichern. So wird sie diesen Landtagswahlkreis gewiss nicht direkt gewinnen. Die Einführung eines Betreuungsgeldes wäre ein Schlag ins Gesicht der Eltern, die dringend auf mehr Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder angewiesen sind. Und sie wäre ein Schlag ins Gesicht der Kommunen, die sich in für sie schwierigen finanziellen Zeiten für mehr Betreuungsangebote einsetzen und vom Land im Stich gelassen werden.

Allein in Niedersachsen würde die Einführung des Betreuungsgeldes Kosten von rund 200 Millionen Euro zur Folge haben. Das ist mehr, als das Land für den Ausbau der Betreuung für die unter Dreijährigen (U3) zur Verfügung stellt. Diese Zahlen und Fakten sollte man schon kennen, wenn man sich in Hannover, also in einer der bundesweit familienfreundlichsten Städte, um ein politisches Mandat bewirbt.

Bewerbung ist ein Stichwort, das mich gerade grübeln lässt. Noch feile ich an meiner Rede, mit der ich mich am Samstag auf dem Parteitag des SPD-Stadtverbandes Hannover um das Amt des Oberbürgermeisters bewerben werde. Drücken Sie mir bitte die Daumen, dass mich eine große Mehrheit nominiert. Denn die Gedanken über Ostern, Veränderungen, Lebensmut und Zuversicht haben meine Gewissheit verstärkt: Ich will mich als Oberbürgermeister einsetzen für diese Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger.

Falls Sie dazu Anregungen haben oder Fragen, wenden Sie sich gern an mich.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!


Ihr

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