Kolumne 15/2012: Ein neuer Blickwinkel

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie sich schnell sich Wahrnehmungen und Blickwinkel doch ändern… Knapp eine Woche ist es her, dass mich Hannovers SPD mit einer Zustimmung von 96,3 Prozent zu ihrem Kandidaten für das Oberbürgermeister-Amt gemacht hat. Und schon am Tag danach, zunehmend aber im Laufe dieser Woche habe ich bemerkt, dass ich parteiintern und öffentlich anders wahrgenommen werde. Aufmerksamer, interessierter, vielleicht auch kritischer. Gleichzeitig stelle ich fest, dass sich mein Blick auf die Stadt verändert, die seit 41 Jahren meine Heimat ist. Was sieht gut aus und was läuft gut? Was sollte verändert und was kann verbessert werden?

Das alles lässt mich ahnen, inwieweit sich auch Diskussionen ändern. Die Problematik des Atommülllagers Asse ist für Land ebenso wichtig wie die Ansiedlung eines Internet-Versandhandels in Messenähe für die Anwohner. Die Forderung nach Eröffnung größerer Bildungschancen durch mehr Ganztagsschulen weckt kaum mehr leidenschaftliche Betrachtungen als die zur geplanten Bürgerbefragung über Hochbahn und Niederflur auf der D-Linie zwischen Ahlem und Innenstadt. Die Beispiele lassen sich zahllos fortsetzen.

Zugegeben: Noch bin ich nicht in allen kommunalpolitischen Themenbereichen Hannovers richtig fit. Da beruhigt das Wissen, dass ich eineinhalb Jahre habe, mich richtig reinzuknien, sattelfest zu werden. Dieses Wissen garantiert Kompetenz. Es ist deshalb mehr als schade für die Stadt, dass sich CDU, Grüne und Piraten bis nach der Landtagswahl 2013 Zeit lassen wollen, ihre OB-Entscheidung zu treffen. Verantwortliches Handeln-Wollen für diese Metropole und ihre Bürgerinnen und Bürger sieht anders aus!

Anschauen, fragen, diskutieren, lernen – das wird auch diese Woche bestimmen. Mich freut, dass wieder einmal die Welt zu Gast in Hannover ist. Bei der großartigen Leistungsschau Hannover Messe. Außer der Eröffnung habe ich zwei Tage für Rundgänge mit Stand- und Firmenbesuchen eingeplant. Dabei geht es um niedersächsische Wirtschaftspolitik und natürlich den Schwerpunkt Hannover. Wie ein roter Faden wird sich das Leitthema „greentelligence“ durch die Messe ziehen. Aussteller aus verschiedenen Branchen stellen dar, wie die intelligente Verbindung von effizienten Verfahren, umweltverträglichen Materialien und nachhaltigen Erzeugnissen die internationalen Märkte vorantreiben kann. Ich gehe jede Wette ein, dass zahlreiche Impulse dazu aus der Region Hannover kommen. Was die hier ansässigen Betriebe könne und leisten, findet hoffentlich nicht nur in den kommenden Tagen national und international Beachtung.

Falls Sie dazu Anregungen haben oder Fragen, wenden Sie sich gern an mich.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!


Ihr

001Schostok_Unterschrift