Kolumne 33/2012 [27.08.12]: Die Region immer wieder neu entdecken

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Liebe Leserin, lieber Leser,

auch bei Reisen durch die Region Hannover lassen sich Perlen entdecken. Was Eingeweihte längst wissen, haben in der vorigen Woche die SPD-Landtagsabgeordneten sowie Kandidatinnen und Kandidaten erfahren.
An fünf Tagen sind wir auf Tour gegangen und haben neunzehn Institutionen, Unternehmen und Initiativen besucht. Sich einen Eindruck machen, Zeit haben und nutzen, um über Probleme, Ideen, Anregungen zu reden, ist das Ziel gewesen.

Unsere Stationen waren vielfältig – angefangen bei der Diskussion mit Machern und Mitarbeitern des Straßenmagazin Asphalt über die Besichtigung des Neubaus Klinikum Mitte bis hin zu Werkserkundungen bei VW Nutzfahrzeuge, Bahlsen und Helma Bau. In deren Musterhauspark in Lehrte hat uns das energieautarke Haus beeindruckt, das Unabhängigkeit von Energieversorgern und eigene Stromerzeugung ermöglicht und deshalb bundesweit gefragt ist.

Natürlich können sich nur die wenigsten die Ausgabe für ein solches Haus leisten. Aber angesichts ständig steigender Energiepreise müsste sehr viel mehr für Wärmedämmung und damit auch Klimaschutz getan werden. Vorbildlich ist dabei der enercity-Fonds proKlima, der im Juni 1998 in Hannover als erster und in dieser Form bisher in Europa einzigartiger Klimaschutzfonds an den Start ging.

Dass die Strompreise derzeit nur die Richtung nach oben kennen, ist übrigens der schwarz-gelben Bundesregierung mit anzulasten. Von der Umlage für Öko-Strom hat sie mehr Kunden aus der Industrie befreit, als dieses nötig gewesen wäre. Und zwar in einem Umfang von rund 2,5 Milliarden Euro. Natürlich müssen energieintensive Unternehmen beispielsweise bei der Produktion von Aluminium entlastet werden. Die Sonderregelungen aus Berlin gehen aber zu weit. Denn: Einige hundert Firmen verbrauchen rund 18 Prozent des deutschen Stroms. Sie zahlen aber nur 0,3 Prozent der Umlage für erneuerbare Energien. Die große Last tragen die privaten Verbraucher und der Mittelstand. Das rügt selbst die Bundesnetzagentur. Und das muss geändert werden. Wir als SPD haben entsprechende Gesetzesinitiativen eingebracht.

Zurück zu unserer Sommertour. Was mich mit am meisten beeindruckt hat, war der Asphalt-Besuch. Längst ist das monatlich erscheinende Magazin eine feste Größe in der Stadt und darüber hinaus. Durchschnittlich 25.000 Zeitungen erreichen jeden Monat Leserinnen und Leser in 15 Städten des Landes. Der Vertrieb der Zeitung sichert rund 150 Zeitungsverkäuferinnen und -verkäufern ein Einkommen – und, was mindestens ebenso wichtig ist, auch ein Stück Würde und ein selbstbestimmtes Leben. Diesem „Unternehmen“ ist weiterhin viel Erfolg zu wünschen, denn es ist ihm gelungen aus dem Projekt einer „Armenzeitung“ zu einem anerkannten sozialen Magazin zu werden. Aus Hannover ist es nicht mehr weg zu denken. Es erfährt sogar überregionale Beachtung und Verbreitung, weil es soziale Verantwortung umfassend und alltagsnah thematisiert.

Falls Sie dazu Anregungen haben oder Fragen, wenden Sie sich gern an mich.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!


Ihr

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