Kolumne 50/2012 [24.12.12]: Weihnachten in Hannover oder...

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...alle Türchen geöffnet und noch einmal über das Jahr nachdenken

Liebe Leserin, lieber Leser,

eine Kolumne am Heiligen Abend in das Internet zu stellen, gefällt mir. Für diese Woche habe ich mir vorgenommen, das Jahr Revue passieren zu lassen und einen ersten Ausblick zu wagen. Da Silvester auch auf einen Montag fällt, kommt dann Teil 2. Heute also der erste Teil des Rückblicks und der Vorausschau nach Stichworten.
 

Familie
Diesen Heiligen Abend, die Weihnachtsfeiertage und sogar Silvester verbringe ich in Hannover. Es ist sehr schön, mal wieder mit der ganzen Familie in der Heimat zu feiern. Zur Bescherung am Tannenbaum hat meine Schwester alle am Montagabend eingeladen. Am Dienstag kocht dann meine Mutter für die Familie. Ich werde also Tage voller Ruhe, Muße und Harmonie erleben. Gut, den Tannenbaum stelle ich auf und schmücke ihn, wir teilen die "Arbeit".
 

Freunde
In den vergangenen Jahren habe ich mit alten Freunden oft “zwischen den Jahren” Urlaub in Frankreich gemacht. Beim Marktbesuch, Kochen, Essen und Spazierengehen konnten wir uns intensiv darüber austauschen, was sich im Laufe des Jahres alles beruflich und privat bewegt hat oder auch über neue Pläne. In Gedanken werde ich bei meinen Freunden sein in diesem Jahr, das mir leider kaum Zeit lässt, sie zu sehen und zu treffen. Facebook ist auch kein Ersatz ;-)
Mit allen Freunden in Hannover und Umgebung sind Verabredungen einfacher, aber auch da ist die Zeit knapp geworden. Zum Glück fanden sich noch schöne Abende mit gemeinsamem Essen, Ausgehen oder kurzem Schlendern über den Weihnachtsmarkt!
 

Urlaub
Urlaub ist zwar zu kurz gekommen, um so mehr habe ich aber die Tage genossen. Und beides: die Berge und das Meer. Die Berge in Ruhpolding mit stundenlangen Spaziergängen bei fantastischer Aussicht und herrlich frischer Luft um Ostern herum. Im Sommer acht Tage auf Norderney, meinem liebsten nahe gelegenen Reiseziel. Ich erhole mich beim ersten Schritt auf die Fähre zu der Insel. Für ein Wochenende war auch ein Kollege von mir mit seiner Familie dort. Es war eine Freude, sie dabei zu erleben, wie sie diese Insel genießen! Gemeinsam genießen, da kann ich mich richtig mit freuen! Die Vorstellung, mal drei Wochen Urlaub zu machen, bleibt zunächst ein "Traum".

Hannover 96
Ich bin zugegebener Maßen sehr optimistisch in das Jahr gegangen. Und das Team um Slomka, Kind und Schmadtke hat großartige Spiele gezeigt, europäisch und in der Bundesliga. Viele Punkte sind allerdings auf der Strecke liegen geblieben, gerade auswärts. Viele Spiele hat die Mannschaft trotz Überlegenheit verloren, ok, das enttäuscht jetzt zu recht, aber: es ist alles offen! 96 kann noch sehr viel erreichen! Unterstützung ist auch 2013 angesagt!
 

Hannover
Hannover ist für mich noch viel mehr als in den vergangenen Jahren als Landtagsabgeordneter in den Fokus gerückt. Kein Wunder, ich kandidiere für das Amt des Oberbürgermeisters. Einladungen und Gespräche fordern mich sehr positiv heraus. Ich lese viel, spreche mit vielen, bereite mich vor, höre zu, trage eigene Ideen vor, befasse mich mit aktuellen Themen der Räte, der Parteien, der Verwaltung und der vielen Bürgerinnen und Bürger, die in Unternehmen, Institutionen und Vereinen aktiv sind. Manche Blicke in die Geschichte helfen, mir Diskussionen und Konzepte einzuordnen, ich versuche zunächst "vorsichtig" Vorstellungen, Visionen und erste Konzeptüberlegungen zu entwickeln. Im März oder April 2013 wird es dann konkreter! Darauf freue ich mich schon sehr.
 

SPD
Nach den Kommunalwahlen 2011 ging es ohne Pause über zum Thema Landtagswahlen.  Stephan Weil wurde von den Mitgliedern zum Spitzenkandidaten der SPD gewählt. Ich habe für mich die Entscheidung getroffen als OB in Hannover zu kandidieren. Die Unterstützung der hannoverschen SPD dafür - aber auch sehr deutlich die Unterstützung aus der Stadtgesellschaft  - hat mich gestärkt. Auch wenn ich mich entschieden habe, nicht erneut für den Landtag zu kandidieren, hat die Landtagswahl zur Zeit den absoluten Vorrang in meiner Arbeit und Aufmerksamkeit. Es geht ja auch um viel für die SPD. Nach zehn Jahren Opposition stehen die Zeichen auf Wechsel. Mit Fraktion und Partei haben wir intensiv an unserer Regierungsfähigkeit gearbeitet. Wir haben uns verstärkt geöffnet und den Dialog geführt. So wollen wir es auch nach der Wahl fortsetzen!
 

Kunst und Kultur
Dieses Jahr wurde ich häufig gefragt, wo ich Akzente in den kommenden Jahren setzen möchte. Die Entwicklung von Wirtschaft, Arbeit und Bildung ist für das soziale Zusammenleben in Hannover von größter Bedeutung, darum gruppieren sich auch viele weitere Themen wie Wissenschaft, Demografie, Chancen für Migranten, Inklusion für Menschen mit Behinderungen, Leben von Alt und Jung, Gesundheit, Sport und gute Ernährung und viele Themen mehr! Mein Herz schlägt aber auch für Kunst und Kultur. Der "Reichtum" einer Stadt und damit des Lebens seiner Bürgerinnen und Bürger drückt sich im besonderen auch im Stellenwert von Kunst und Kultur aus. Die kulturelle Teilhabe aller und die Begleitung und Förderung des Engagements der künstlerisch Aktiven sind besondere Herausforderungen für die kommenden Jahre, denen ich mich stellen möchte. Hannover als Hauptstadt des Landes Niedersachsen hat eine reichhaltige und intensive Vergangenheit und Gegenwart mit berühmten Kunst-Geschichten, -Ereignissen und -Aktionen. Selbst im Straßenbild ist es deutlich zu sehen. Meine Begegnungen mit hannoverschen Künstlerinnen und Künstlern, meine Gespräche mit den an der Förderung der Kunst Interessierten, meine Besuche von Veranstaltungen etc. inspirieren mich regelmäßig neu. Ich mache mir Gedanken, wie das alles noch sichtbarer gemacht werden kann und wie aus Verknüpfungen wieder Neues für Hannover geschaffen werden kann..
 

Politische Kultur und der Politikstil
Für eine fünfjährige Legislaturperiode im Niedersächsischen Landtag sein zu dürfen, war faszinierend und lehrreich. Von Politikern wird sehr viel erwartet, vieles ist kaum zu erfüllen, eine allgemeine Zufriedenheit mit jeweils Erreichtem nur schwer zu erarbeiten, nicht nur bei den Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch bei uns selbst. Politik hat ein massives Glaubwürdigkeitsproblem, das ist bekannt. In diesem Jahr bot der ehemalige Nds. Ministerpräsident und Bundespräsident Anlass, darüber intensiv im Parlament, in der Öffentlichkeit und sogar vor dem Nds. Staatsgerichtshof in Bückeburg zu diskutieren. Sicher, der "Fall" ist noch nicht erledigt, die Staatsanwaltschaft arbeitet daran. Vorsicht ist dennoch geboten, wenn Politiker über Politiker "urteilen". Mein vorläufiger persönlicher Rückblick: Für die SPD-Fraktion im Nds. Landtag haben wir uns und habe ich mich bemüht, uns auf das zu konzentrieren, was den Umgang mit der "Gewaltenteilung" in der Demokratie und damit, was den Umgang der Regierung mit dem Parlament anging. Unser großer und von den meisten nicht erwarteter Erfolg war es, dass das Gericht festgestellt hat, dass die Verfassung durch die Regierung gebrochen wurde. Die "Spielregeln" sind für die parlamentarische Demokratie einzuhalten, das ist Pflicht, und es ist praktisch möglich. Mit der politischen Macht ist anders umzugehen, als dies getan wurde. Auch eine zukünftige Regierung wird dies täglich beweisen müssen. Durch Transparenz, durch vollständige Antworten stets unverzüglich mit bestem Wissen, wenn die Opposition fragt. Beim politischen Wettstreit im Parlament geht es um den Austausch der Argumente und die Überzeugung der Öffentlichkeit und damit der Bevölkerung.
 

Wenn man nun auf das Jahr 2012 zurückblickt, geht es doch nicht nur um die Frage "Was wird aus W....." - wie es manche Zeitungen in ihrer Chronik 2012 schreiben. Es geht um viel mehr!

 

Lassen Sie mich das mit einem kleinen Augenzwinkern deutlich machen, mit einer Botschaft, die gerade jetzt im Nachrichtennetzwerk Twitter kursiert:

Was wäre gewesen, wenn CDU/CSU und FDP schon in Betlehem regiert hätten? Dann hätte Maria keinen Krippenplatz für Jesus gefunden, sondern Betreuungsgeld bekommen. Auch für den weiteren Lauf der Geschichte wäre das nur von Nachteil gewesen. ;-)

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