Kolumne 51/2012 [31.12.12]: Guten Rutsch...

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Guten Rutsch...

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der vorigen Woche habe ich begonnen, das Jahr Revue passieren zu lassen und einen ersten Ausblick zu wagen. Das war Teil 1: Familie, Freunde, Urlaub, Hannover 96, Hannover, Kunst und Kultur, Politische Kultur und Politikstil.

Heute an Silvester folgt Teil 2 des Rückblicks und der Vorausschau nach Stichworten. Landtag(swahl), Politik in Hannover, Computer und Iphone, Kochen, Kochen und Essen.

Landtag(swahl)

An den Abschied aus dem Landtag oder einen Rückblick auf fünf Jahre Arbeit dort mag ich noch gar nicht denken. Ich konzentriere mich lieber auf einen guten Vorsatz für 2013, den vielleicht wichtigsten für die SPD und damit auch für mich. Wir wollen alle Wahlen gewinnen – die zum Landtag, die zum Bundestag und natürlich auch die Oberbürgermeisterwahl in Hannover, zu der ich ich im September antreten werde.

Die Niedersächsische Landtagswahl ist in 20 Tagen. Das wird ein sehr kurzer und intensiver Wahlkampf. Mein Kalender ist voll. Offizielle Termine als Fraktionsvorsitzender werde ich noch bewusster wahrnehmen, beispielsweise den traditionellen Epiphanias-Empfang der Ev.-luth. Landeskirche im Kloster Loccum, dem ersten offiziellen Termin des neuen Jahres in Niedersachsen. Dieses Treffen von Kirche, Politik und Kultur hat bis heute einen besonderen Charakter. Die Teilnehmerzahl in Loccum, dem 845 Jahre alten Zisterzienserkloster, beschränkt sich auf 140 Personen. Mehr sind im Refektorium, dem ehemaligen Speisesaal der Mönche, nicht unterzubringen. Die beiden Spitzenkandidaten David McAllister und Stephan Weil treffen dort aufeinander. Traditionell darf nur der Ministerpräsident (außer Bischof und Abt) sprechen.

Der Ministerpräsident und sein SPD-Herausforderer werden auch bei der Eröffnung des Internationalen Tagungszentrums Schloss Herrenhausen in Hannover zwei Tage vor der Wahl aufeinander treffen. Mit allergrößter Spannung kann das Rededuell im NDR-Fernsehen am 10. Januar erwartet werden. Ich freue mich darauf, dass Stephan Weil seine ganze Klasse zeigen kann. Das Sich-Messen in Podiumsdiskussionen hat bisher bis auf eine Ausnahme nicht stattgefunden. An ihm lag es nicht!

Politik in Hannover

Ende Dezember habe ich in einem kleinen Zeitungsinterview Fragen zur politischen Situation vor der Wahl 2013 des Oberbürgermeisters beantwortet. Ich fand die Frage nach Don Quijote und seinem Kampf gegen Windmühlenflügel auf Hannover bezogen nicht passend. Irgendwas stimmte mit diesem Bild nicht. Gleichzeitig gingen mir Bilder vom Ritt Don Quijottes auf einem Pferd oder Esel durch den Kopf, also sagte ich: "Ich kandidiere doch in erster Linie für Hannover und nicht gegen irgendjemanden. Und als Kandidat komme ich schon jetzt viel rum, spreche sehr viel mit den Menschen in dieser Stadt und erfahre reichlich Zuspruch. Und auf einem Esel wie Don Quijote muss ich ja auch nicht reiten ...". Nach dem Interview fiel mir auf einmal ein, dass ich im Sommer auf einem Pferd auf dem Fiedelerplatz in Döhren geritten war. Manche spotten, es sei ein Pony gewesen... Und dass Don Quijotte auch auf einem Pferd unterwegs war.

Computer und Iphone

Seit Ende 2007 besitze ich ein iPhone. Das soll keine Werbung sein. Für mich ist das Smartphone mein mobiles Büro. Ich beantworte Emails, schreibe Briefe, recherchiere im Internet, lese Zeitungen, ich schreibe sogar Reden darauf - und das trotz "Mäuseklavier-Tastatur" und kleiner Schrift.

Manchmal höre ich die Kritik, die häufige Nutzung dieses Handys würde Unaufmerksamkeit meinen Gesprächspartnern gegenüber bedeuten. Stimmt nicht! Aber der leise Vorwurf beschäftigt mich fast so stark wie das Handy selbst. Jetzt zu Weihnachten mache ich genauso wie in den knappen Urlaubspausen den Selbstversuch: Wie oft denke ich daran oder wie oft sehe ich danach, was an Nachrichtenmeldungen, Emails, SMS oder anderen Benachrichtigungen eingegangen ist? Wie verzichtbar ist dieser “Draht”?

Den Kampf mit der Fremdsteuerung habe ich als Politiker und Mensch aufgenommen. Mein kleines Ziel ist, dass Segnung und Fluch sich die Waage halten.

Das selbstbestimmte Leben, die Gestaltung der Zeit, Raum zum Nachdenken, für Ruhe, für ungestörte Gespräche nehme ich mir vor für jeden Tag 2013. Wieder mal!

Kochen und Essen

Ernährung und Gesundheit werden in der Lebenswelt auch politisch immer interessanter und bedeutender. Die Frage "warum sind die Lebensmittel, die wir essen, von so schlechter Qualität?", war im Jahre 2006 eine von "100 drängenden Fragen unserer Zeit”. Vor fünf Jahren habe ich 5.000 Exemplare eines kleinen Rezeptheftes im Landtagswahlkampf verteilt... Darauf angesprochen wurde ich auf Märkten, in Restaurants und im Handel. An einem Abend lud ich dann dreißig Personen ein, für die ich mit großer Unterstützung von Freunden drei Gerichte aus dem Heft kochte. Es war zwar eine kleine Wahlkampfveranstaltung, aber eine der besonderen Art.

Gerade bei den Themen Ernährung und Gesundheit besteht Handlungsbedarf. Gescheiterte Schulobstprogramme, fehlendes Mittagessen für Kinder in Kita und Schule, Irrtümer in der Landwirtschaftspolitik, jährliche Lebensmittelskandale, schlechte Beschäftigungsverhältnisse in der Ernährungswirtschaft sind Beispiele.

Mich haben die Veranstaltungen der "Aktion Sonnenstrahl" für Kinder in Armut, die Köche des Hobbykoch-Clubs, die Bäcker- und Fleischerinnung, die Gespräche mit den in der DEHOGA organisierten Gastronomiebetrieben - und vielen über ihren Beruf in der Gastronomie hinaus Engagierten - erfreut und inspiriert. Ihre Aktivitäten sind wertvolle Beiträge für den lebenswerten "Standort Hannover". Darüber bald mehr.

Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch! Kommen Sie gesund in das Jahr 2013! Genießen Sie jeden Tag bewusst und sorgen Sie bitte mit Ihrer Stimmabgabe am 20. Januar dafür, dass wir als SPD unsere guten Vorsätze für dieses Bundesland umsetzen können.

Ihr

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