Kolumne 10/2013 [11.03.2013]: Straßenkunst im Stadtteil

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Liebe Leserin, lieber Leser,

modern, weltoffen, einladend – mit der geplanten Bebauung am Hohen Ufer setzt die Stadt wieder einmal einen wichtigen Akzent für das schöner Wohnen in der Zukunft. Ihr Programm „City 2020“, entwickelt im gemeinsamen Dialog von Experten und Bürgen, initiiert und getragen von der rot-grünen Ratsmehrheit, gibt die Impulse für die Umgestaltung der Innenstadt, die mit der Bebauung des Klagesmarkts, der Neugestaltung des Marstalls und des Hohen Ufers kurz vorm Abschluss steht. Jetzt gilt es, auch in den Stadtvierteln, in den Kiezen, nachzuziehen. Schließlich garantiert nicht das sture und oft bequeme Festhalten am Bewährten, sondern die Bereitschaft zum Wandel, zur Anpassung an neuen Bedarf die Zufriedenheit.

Die List, mein Heimatstadtteil, liegt ganz weit vorn, was die Zufriedenheit seiner Einwohnerinnen und Einwohner anbelangt. Neun von zehn, so hat eine repräsentative Umfrage der Stadtverwaltung ergeben, schätzen ihr Wohnumfeld. Die Einkaufsmöglichkeiten, das Grün vor der Tür, die Lebensqualität. Was eben nicht heißt, dass sich das nicht verbessern ließe – auch mit Spielmöglichkeiten für Kinder.

Eine meiner Stadtteiltouren hat am vergangenen Sonnabend fast vor meiner Haustür begonnen. Bei unwirtlichem Wetter bin ich gemeinsam mit Mitgliedern der SPD-Fraktion des Bezirkrates Vahrenwald/List und vielen interessierten Bürgerinnen und Bürgern durch die Voßstraße gegangen. Es kamen Kulturschaffende, Lehrer von anliegenden Schulen, Ladeninhaber und viele mehr. Etliche der Interessierten sind Mitglieder des Vereins Voßwärts e.V., der sich zum Ziel gesetzt hat, das kulturelle, soziale und wirtschaftliche Leben rund um die Voßstraße zu fördern.

Ausgangspunkt für diesen Spaziergang ist die Idee, in der Voßstraße eine "Lit-voß-säule" zu installieren. In den vergangenen Jahren gab es sogar den Wunsch, zur Aufwertung mehrere Skulpturen aufzustellen. Am Eingang der Voßstraße, dem Moltkeplatz, am Ende in der Nähe der Isernhagener Straße oder auch einfach mittendrin. Auch der schon festgelegte Standort der Litvoßsäule sollte bei dieser Gelegenheit genauer betrachtet werden. Gemeinsam suchten wir in der Voßstraße nach möglichen Standorten für Skulpturen. Bezirksratsmitglieder und andere Teilnehmer hielten sie fotografisch fest und wollen nun mit der Stadt klären, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Gedacht ist auch an von der Stadt Hannover eingelagerte Exemplare der Straßenkunst. Heute ist diese Kunst im öffentlichen Raum nahezu selbstverständlich, zu Beginn der 70er erregte sie stadt- und deutschlandweit Aufsehen.

Die Begehung der Voßstraße ist für mich ein schönes Beispiel dafür, wie gewählte ehrenamtliche Kommunalpolitiker und Politikerinnen gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern Initiativen für das Quartier und das Gemeinwesen diskutieren und voranbringen. Die Bezirksräte werden jetzt ihr Anliegen und viele rechtliche Fragen bei der Verwaltung klären und so die Initiative unterstützen, ohne ihr das Projekt aus der Hand zu nehmen.

Wenn auch Sie Ideen haben, wie sich Ihr Wohnumfeld verbessern ließe, wenn Sie mir gute Mut machende Beispiele zeigen könne, laden Sie mich ein! Ich freue mich auf noch mehr Stadtteiltouren, denn sie schärfen den Blick. Vom Wissen über die Stadt, von der Erfahrung, was ihren Bürgerinnen und Bürgern fehlt und was ihnen wichtig ist, kann ein Oberbürgermeisterkandidat nie genug haben.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!

Ihr

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