Kolumne 12/2013 [25.03.2013]: Hannover ist auf dem Weg zur inklusiven Stadt

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Liebe Leserin, lieber Leser,

alle reden von Inklusion, der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben. Doch leider bleibt es oft beim Ziel, beim Ringen um das beispielsweise für Schule zwingend gesetzlich vorgeschriebene Miteinander. Anders in Hannover. Die niedersächsische Landeshauptstadt ist "auf dem Weg zur inklusiven Stadt". So titelt der erste Jahresbericht, der gerade die Gremien des Rates und die Stadtbezirksräte beschäftigt. Hannover hatte sich 2011 entschieden, zu der von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichneten UN-Behindertenrechtskonvention einen eigenen, kommunalen Aktionsplan zu leisten.

Der 64-seitige Bericht liefert eine gute Bestandsaufnahme und gibt dadurch auch Anregungen und Impulse für Einrichtungen und Initiativen über die Stadtverwaltung hinaus. Das Wichtigste ist sicherlich, Inklusion begreifbar und selbstverständlich zu machen. Was auf diesem Gebiet geleistet wird, wird vielfach gar nicht richtig erfasst - vor allem bei Vereinen und Selbsthilfeorganisationen. In den beiden vergangenen Wochen habe ich mich mit diesem Thema gewidmet. Das Engagement verschiedenster Institutionen wie dem Servicehaus "Gisela Richter" der Pestalozzi Stiftung in der Südstadt oder der Tagesförderstätte des Annastifts mitten im Stadtteil List überzeugt und begeistert mich!

Inklusion bereichert den Alltag. Das hat vielen am Wochenende das Mitfiebern mit den Spielern der Rollstuhlbasketballer von Hannover-United gezeigt. Der Verein hatte sich mit seinem Aufstieg in die 1. Bundesliga den Einzug in das Pokalfinale der "Final Four" verschafft. Es reichte am Ende zwar nur für den vierten Platz, aber jeder Fortschritt ist hart erarbeitet. Vor allem, wenn man erstmals mit Teams zu tun hat, die als absolute Weltspitze gelten. Wie die Spieler aus dem Lahn-Dill-Kreis, die am Ende das Turnier gewonnen haben. Hannover war ein großartiger Gastgeber dieses Turniers. Danke!

Beste Stimmung und beide Tage über fünfhundert Besucher, dazu Liveberichte das Lokalradiosenders Leinehertz machten den Wettkampf zu einem besonderen Ereignis. Ich musste an den Inklusionsbericht denken, der besonders auf die Interessen von Menschen mit Behinderungen hinweist. Ihre Ansprüche in der Sportentwicklungsplanung sollen größere Beachtung finden, heißt es. Was bei diesem Turnier geschehen ist. Sonnabend und Sonntag hat ein Verein selbst dafür gesorgt, dass Sport von Menschen mit Behinderungen beachtet wird. Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen, mit über 100 Freiwilligen organisierten Ereignis und den beeindruckenden Leistungen.

Das inklusive Zusammenleben in Hannover in den kommenden Jahren bleibt eine der zentralen Zukunftsaufgaben. Darüber müssen wir in den kommenden Monaten das Gespräch vertiefen. Die schon sichtbaren Erfolge machen Mut und geben Ansporn.

Ich wünsche Ihnen eine gute Karwoche und dann ein hoffentlich sonniges Osterfest! Falls Sie Interesse an einer Begegnung und an einem Gespräch mit mir haben, kommen Sie doch gern zu einem Osterfeuer. Sie finden mich am Sonnabend ab 17 Uhr bei einem der größten und schönsten Wir-vertreiben-den-Winter-Feiern auf der Bult in der Nähe des Kinderkrankenhauses. Die SPD Südstadt-Bult lädt dazu ein.

Ihr

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