Kolumne 13/2013 [01.04.2013]: Wärme in Hannover

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Liebe Leserin, lieber Leser,

selten habe ich so kühle Ostertage erlebt. In Irland mussten Landwirte Lämmer aus den Schneemassen bergen. In der Eifel starben 300 Flöhe vor ihrem Zirkusauftritt den Kältetod. In Hannover wünschten sich einige: “Frohe Weihnachten”. Das Wetter war wohl das bestimmende Thema. Dem altem Brauch folgend haben viele, darunter auch ich, an einem der 50 Osterfeuer in der Stadt gehofft, das würde den Winter vertreiben. Die Spannung war groß, ob die Flammen trotz der wiederholten Schneefälle überhaupt loderten. Auf der Bult dauerte es fast 40 Minuten. In der List bei den Kleingartenfreunden und in Ricklingen mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr züngelten die Flammen sogar im einsetzenden Schneefall. Ob nach diesen Feuern der Winter endgültig vertrieben wird? Wetterexperten haben da Zweifel. Eigentlich wichtiger scheint mir, dass viele tausend Menschen zusammenkommen, sich begegnen im bekannten und überschaubaren Umfeld.

Dieser wichtige soziale Kontakt sorgt für Wärme in einer Stadt. Einer Wärme, die nicht in Grad zu messen ist. In diesen Wochen erfahre ich viel darüber, wie Hannoveranerinnen und Hannoveraner ihr Leben in Hannover sehen und was sie sich für die Zukunft wünschen. Neben Sicherheit steht sozialer Zusammenhalt ganz oben auf der Liste. Diese Wärme garantiert mit, dass Hannover eine wachsende Stadt bleibt. Wir müssen vorausschauen, um dieses Wachstum bewusst gemeinsam gestalten zu können.

“Hannover 2030” heißt die Vision, die ich im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, mit Fachfrauen und –männern entwickeln will. Zugegeben, 2030 scheint noch lange hin – und doch ist es für alle Generationen, wie auch für meine politischen Vorstellungen, ein wichtiges Datum. Wer heute Kinder hat, braucht für sie bis dahin weiter gute Betreuung, gute Schulen und danach beste Ausbildungs-, Studien- und Berufschancen. Wer gerade mitten im Berufsleben steht, will seinen Arbeitsplatz langfristig gesichert wissen. Wer den Ruhestand im Blick hat, möchte auch im Alter noch selbständig wohnen, mobil sein und reiche Freizeit- und Kulturangebote genießen.

In den kommenden Wochen werde ich engagierte Bürgerinnen und Bürger ansprechen und anschreiben, sie fragen, welche Themen ihnen wichtig sind. Am 1. Juni wollen wir die so gemeinsam entwickelten Ansätze auf einem "Zukunftskongress Hannover 2030" diskutieren.

Das Wachstum unserer Wirtschaft, der Ausbau sozialer Netzwerke, gute Betreuung und Bildung sind wichtig. Weiter wachsen soll auch die Umweltqualität unserer Stadt im Grünen, der Freizeitwert und die Vielfalt von Kunst und Kultur. Dass sich Hannover bei all dem schon jetzt wahrlich nicht verstecken muss, darf uns von neuen Ideen und Zielen nicht abhalten. Nur so kann unsere weltoffene Expo- und Messestadt sichern, dass sich mehr Menschen, auch Unternehmen aus Deutschland, Europa und der Welt für Hannover begeistern, gerne zu uns kommen und bei uns bleiben.

Ich möchte im Dialog mit den Bürgern und Bürgerinnen neue Zukunftsfelder erschließen und Hannover wirtschaftlich erfolgreich, sozial gerecht und lebenswert für alle gestalten. Wir können unsere Stadt mit Herz und Verstand voranbringen. Wenn Sie dazu Tipps, Anstöße und Ideen haben, wenden Sie sich gern an mich!

Ihr

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