Kolumne 15/2013 [15.04.2013]: Das Gemeinwesen - mehr wir!

Schriftzugfarbe

Liebe Leserin, lieber Leser,

“Das WIR entscheidet. Besinnen wir uns auf unsere Kraft!“ Das ist die grundlegende Botschaft vom SPD-Bundesparteitag, den ich am Sonntag in Augsburg als Delegierter miterlebt habe. Außer mitreißenden Reden unseres Vorsitzenden Sigmar Gabriel und unseres Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück war das SPD-Programm für die Bundestagswahl das Wichtigste. "Deutschland besser und gerechter regieren“, heißt das Motto, unter dem wir faire Arbeitsbedingungen, soziale Gerechtigkeit, bezahlbares Wohnen und Aufstieg durch Bildung fordern.

Einige gewinnen Umfragen, andere Wahlen. Trotz gerade nicht erbaulicher Werte in der Gunst befragter Wählerinnen und Wähler setzen wir auf die Trendwende. Denn, so die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth: “Das Leben ist viel zu bunt, um es nur schwarz-gelb zu sehen!" Diese, so Gabriel, "Koalition des Eigennutzes und des Lobbyismus”, hat abgewirtschaftet.

Dem großen Parteitag in Augsburg folgt am kommenden Sonnabend ein für mich noch wichtigerer in Hannover. Im Ernst-Winter-Saal auf dem Lindener Hanomag-Gelände, da, wo Kurt Schumacher 1946 die SPD wieder gründete, werden wir unser Wahlprogramm für die Bundestagswahl und die Oberbürgermeisterwahl in Hannover diskutieren. Impulse dazu haben mir auch meine Besuche in den Stadtteilen gegeben.

Im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden, Initiativen und Unternehmen gehe ich der Frage nach, was abseits der großen Schlagzeilen in der Stadt besprochen wird und was die Menschen bewegt. Mit einem hannoverschen Lions-Club habe ich beispielsweise über die Frage diskutiert, was soziale Ungleichheit in einer Stadt bedeutet und wie sie auszugleichen ist. Hannover hat gute Programme für mehr Einkommen, Bildung und Gesundheit. Ich erinnere an das Konzept "Soziale Stadt", das in Sanierungsgebieten hilft, gute städtebauliche Entwicklung, Integration und Zusammenarbeit zu sichern.

Eine Station war Can Arcadas, ein türkischer Kulturverein. Der zeigt, wie wichtig es ist, die Integration von Migrantinnen und Migranten weiter voranzutreiben. Mit einer Gruppe älterer türkischer Migrantinnen habe ich über deutsche und türkische Sprache, über Staatsbürgerschaft und Bildung gesprochen. Mit 40 Müttern und Großmüttern habe ich 30 Fragen aus dem Einbürgerungsfragebogen getestet. Mir ist es wichtig, Mut zu machen und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Ihnen war wichtig, ihren Kindern sagen zu können, dass man auch diese Fragebogen schaffen kann.

In meinen Stadtteil-Gesprächen lerne ich viele Themen kennen. Mich interessiert, vor welchen Herausforderungen die Stadt steht, und was wir in den kommenden Jahren tun müssen, um Probleme zu bewältigen. Fragen und Anregungen gehen als Themen in den Zukunftskongress "Hannover 2030" am 1. Juni ein. Ich lade Sie als engagierte Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, dazu Vorschläge zu machen. Erst aus ihren Wünschen, Tipps und aus ihrer Kritik entsteht dann das Programm des Kongresses! So öffnet sich eine Partei wie die SPD. So gelingt der Schritt zu noch mehr Bürgerbeteiligung! Und die ist für mich ein erklärtes Ziel. Denn: “Das WIR entscheidet!”

Ihr

001Schostok_Unterschrift