Kolumne 16/2013 [22.04.2013]: Hannover überrascht!

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Hannover überrascht. Manchmal auch so einen langjährigen Kenner und Mitgestalter der Stadt wie den Ersten Stadtrat Hans Mönninghoff. In der vergangenen Woche hat er als Vertreter des Oberbürgermeisters den Lagebericht zur Stadtentwicklung vorgestellt. Klar, er weiß, dass die Zahlen gut sind. Aber so gut?
Hannover steht sehr gut da und hat beste Aussichten. Hannover ist und bleibt eine wachsende Stadt, und das können wahrlich längst nicht alle Städte von sich sagen. Immer mehr Menschen kommen zu uns, und es gibt nur ganz wenige Städte, in der die Menschen so zufrieden sind.

Hannover ist ein starker Standort mit einer guten Entwicklung bei Wirtschaft und Arbeit. Wir haben neue Unternehmen in die Stadt geholt und neue Arbeitsplätze geschaffen, und wir werden das auch weiterhin genauso erfolgreich tun. Wir wollen Industrie, Dienstleistungen, Handel und Handwerk weiter fördern. Wir werden die Messe- und Kongressstadt Hannover auf Weltniveau halten. Und wir werden neue Felder gezielt erschließen. Gesundheits- und Dienstleistungswirtschaft sind Zukunftsbranchen, die weiteres Wachstum garantieren. In der Kreativwirtschaft liegen große Potentiale. Beim Tourismus haben wir schon eine sehr starke Entwicklung, aber auch da können wir noch weiter zulegen.
Hannover ist eine soziale Stadt. Wir haben viel in gute Betreuung investiert und sind auf gutem Weg, allen Eltern für ihre Kinder einen Betreuungsplatz zu garantieren. Wir haben unsere Schulen verbessert und sind gut damit gefahren, die Schultypen nicht nach Schema F, sondern im Gespräch mit den Eltern und nach deren Wünschen festzulegen, und das werden wir auch weiterhin so machen. Wir haben sehr gute Universitäten und Hochschulen mit Spitzenforschung und Spitzenlehre. Wir haben bezahlbaren Wohnraum für Familien und für Senioren, auch deshalb wollen immer mehr Menschen in unserer Stadt leben.
Hannover ist eine soziale Stadt auch deshalb, weil wir dem Privatisierungswahn bei den öffentlichen Einrichtungen, bei den Stadtwerken und beim Wohnungsbau, bei den Krankenhäusern und beim Nahverkehr immer widerstanden haben.

Umso unverständlicher ist es, dass da ein Mitbewerber um den Posten des Oberbürgermeisters kommt, ich meine den von Hannovers ältester Oppositionspartei, der sieht im Rathaus seit Jahrzehnten ein Parteienkartell am Werk, das über die Bürger hinweg regiert und Parteiinteressen über Bürgerinteressen stellt. Der meint, Hannover erst noch in die erste Liga bringen zu müssen. Dabei sind wir nicht zweite Liga. Wir spielen Champions-League und lassen beim Thema Shoppingattraktivität sogar eine Weltstadt wie München abgeschlagen landen.

Ich will und werde mit Ihrer Hilfe dafür sorgen, dass Hannover, dass seine Bürgerinnen und Bürger eine gute Zukunft haben. Natürlich weiß ich, dass Zukunft nichts ist, was man akribisch durchplanen kann. Aber wichtige Zukunftsfragen müssen wir uns heute stellen und beantworten. Auf welchen Feldern können wir wirtschaftlich weiter wachsen? Wie halten wir Wohnen und Energie für alle bezahlbar? Wie sichern wir den Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft? Wie machen wir unser Hannover noch attraktiver für alle, die hier schon leben und für die vielen, die zu uns kommen wollen und kommen sollen?

Fragen stellen und genauere Antworten entwickeln möchte ich mit vielen Bürgerinnen und Bürgern unsere Stadt gemeinsam. Ich weiß, von Dialog ist immer viel die Rede. Aber wir machen ernst damit. Ich will echten Dialog und echte Teilhabe. Ein Weg dahin ist der Zukunftskongress "Hannover 2030" am 1. Juni. Ich lade Sie als engagierte Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, dazu Vorschläge zu machen. Und bitte laden Sie mich zu Gesprächen in Ihren Stadtteil ein! Zeigen Sie mir, was es zu verbessern, auszubauen, ändern gibt, zeigen Sie mir auch, was nachahmenswert ist!

Ihr

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