Kolumne 18/2013 [06.05.2013]: Die Stadt bewegt

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Liebe Leserin, lieber Leser,

unglaublich, was Hannover bei fast sommerlichen Temperaturen binnen einer Woche auf die Beine gebracht hat. Gut 25.000 Menschen besuchten die DGB-Kundgebung und Feier am 1. Mai. 47.000 Fans schauten sich das (zugegeben enttäuschende) Spiel der 96-Elf gegen Mainz an. 11.000 bejubelten die Sängerin Pink. 180.000 säumten am Sonntag die Straßen, als 15.912 Läufer und Läuferinnen aus aller Welt beim 23. Hannover-Marathon an den Start gingen. Und damit nicht genug: Bestimmt sind die Hannoveranerinnen und Hannoveraner auch am Donnerstag fähig, beim Himmelfahrts-Jazz vor dem Rathaus neue Teilnehmer-Rekorde aufzustellen.

Die Aufzählung der verschiedenen Events dokumentiert: Hannover ist so bunt und vielfältig wie seine Bürgerinnen und Bürger. Menschen aus 172 Nationen leben hier. Weltoffenheit und Toleranz bewirken, dass sich die meisten auch wirklich fast wie zu Hause fühlen. Deshalb an dieser Stelle noch einmal die dringende Bitte, auch die Flüchtlinge willkommen zu heißen, die aus Kriegsgebieten zu uns kommen. Wir müssen ihnen helfen, sich in Hannover zu integrieren und ihr Leid zu vergessen. Wir werden kein neues Leid durch Ausgrenzung oder Ablehnung zulassen.

Dieser ernste Ton mag einige überraschen, die mich in der vorigen Woche mal in ganz anderer Rolle erlebt haben. Der traditionelle Tanz in den Mai bekam für mich mit der Teilnahme an dem kleinen ironischen Wettbewerb "Let's dance" im Schauspielhaus eine neue Bedeutung. Richtig Spaß hat mir der Discofox mit Regine Kramarek, Bürgermeisterin der Grünen, gemacht - das wird jede und jeder an dem Abend gemerkt haben.

Tanzen ist Sport und Kunst zugleich. Es ist aber auch ein politisches Mittel, wie gerade in Hannover zu erleben war. Mit dem "Tanzen für den Pavillon" (für das in ganz Deutschland bekannte Veranstaltungszentrum, das bis zum 1. Januar 2014 umgebaut wird) machten junge Studierende des Studiengangs Veranststaltungsmanagement ihre Zuneigung zu unserem soziokulturellen Zentrum deutlich. Sie riefen mit einem Flashmob über das Internet zum Tanz am Hauptbahnhof ihren Pavillon in Erinnerung. Eine "Kundgebung" anderer Art!

"Hannover ist TANZ" heißt auch der erste Werkstattbericht einer neuen Reihe des Kulturdezernats. Das will die Bedeutung dieser Kunstsparte vorstellen. Tanz war einmal glanzvoll in Hannover. Heute kann er allmählich wieder an die alte Relevanz anknüpfen, weiß Dezernentin Marlis Drevermann zu berichten. Zu Recht.

Natürlich habe ich auch die letzte Maikundgebung auf dem Klagesmarkt besucht. Vielen ist der Abschied von einer seit 1919 währenden Tradition erst durch die Rede des Bürgermeisters Bernd Strauch ins Bewusstsein gerufen worden. Viele Erinnerungen an bedeutende Ereignisse der Gewerkschaften und der SPD werden auf immer mit dem Klagesmarkt verbunden bleiben. Aber freuen wir uns doch auf neue Geschichten an einem neuen Standort für die Maikundgebungen, dem Trammplatz am Neuen Rathaus. Vielleicht sind die Gewerkschaften am 1. Mai 2014 die ersten, die den umgebauten und umgestalteten Platz nutzen können?!

Veränderungen sind notwendig, und Hannover ist offen für neue Zukunftsideen. Sie wissen, ich lade für den 1. Juni zum Zukunftskongress ein, will mit Expertinnen, Experten, Bürgerinnen und Bürgern im großen Stadtgespräch über die wichtigsten Handlungsfelder reden! Sie sind herzlich eingeladen! Und nicht vergessen: Laden auch Sie mich ein, wenn es in Ihrem Stadtteil etwas zu verändern, zu verbessern oder nachzuahmen gibt!

Ihr

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