Kolumne 19/2013 [13.05.2013]: Wandel in der Stadt und den Stadtteilen gestalten

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Liebe Leserin, lieber Leser,

das Schönste am Geburtstag sind … nein, nicht die Geschenke. Ich genieße, mit Familie und Freunden zu feiern. Das habe ich am Wochenende getan. Zuerst ein fröhliches Treffen in einer meiner Lieblingskneipen. Die ganz Unentwegten haben bis morgens um vier ausgehalten. Am Sonntag dann jede Menge Glückwünsche. Persönlich, am Telefon, über soziale Netzwerke. Danke!

Ab und zu hört man bei solchen Gelegenheiten den Spruch: „Bleib wie Du bist.“ Die ehrliche Antwort darauf: Bloß nicht! Wie sagte schon Robert Kennedy: „Fortschritt ist ein schönes Wort. Seine Triebkraft aber heißt Wandel.“ Das fängt im eigenen Leben an: neugierig bleiben, Erfahrungen sammeln, aus Fehlern lernen, aufgeschlossen sein…

Den Wandel erlebe ich auch bei meinen Stadtteiltouren. Heute, am Montag, sind es noch 132 Tage bis zur OB-Wahl in Hannover - zeitgleich mit der Bundestagswahl – und ich habe ein pralles Programm. Ich nutze die Zeit, um Hannover „neu kennen zu lernen“. Häufig werde ich gefragt, ob das nicht stressig sei, alle Stadtteile zu besuchen. Stimmt, es ist ein positiver Stress! Abends falle ich meistens zufrieden ins Bett. Auch die Nacharbeit beschäftigt mich, denn es gilt, die richtigen Schlüsse aus diesen Besuchen zu ziehen.
Am vergangenen Dienstag war wieder einer dieser Tage, ein Besuch in den Stadtteilen Vahrenheide und Sahlkamp. Der SPD Ortsverein hatte zwölf Stationen vorbereitet. Besonders beeindruckt hat mich diese Vielfalt von Engagement, Angeboten und Initiativen für die Bürgerinnen und Bürger. Vahrenheide / Sahlkamp hat eine lange Geschichte als Sanierungsgebiet in der Städtebauförderung und als Gebiet „soziale Stadt“, in denen Probleme in der Stadtteilentwicklung gezielt angegangen werden.

Mein Besuch bei Pro Beruf, die arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Jugendliche und in Berufs- und Ausbildungsfragen sehr konkret beraten und fördern, machte das genauso anschaulich wie die Arbeit in ihrem „Bildungsladen“ im Stadtteil Sahlkamp. Ich habe auch die verschiedensten weiteren Formen und Angebote der „Gemeinwesenarbeit“ kennen gelernt: Die Katholische Gemeinde St. Franziskus um Pfarrer Arnold Richter hatte sich mit den ehrenamtlichen Mitgliedern des Beirats um einen großen Tisch versammelt und berichtete von den verschiedenen Aktivitäten. Kitaangebote, Gesprächskreise, Runde Tische, Tanzkreise, Familienkreis ... Auch die Stadt engagiert sich mit einem Büro des Quartiersmanagements und einem Nachbarschaftsdienstladen. Unterstützt wird diese Arbeit im „Kiez“ durch die Gemeinwesenarbeit Vahrenheide, einen Verein „Nachbarschaftsinitiative“ und einen Förderverein Leben und Arbeiten im Stadtteil.

Für mich war an dieser Stelle Wandel (be)greifbar. Als Student hatte ich 1990 in einer Projektarbeit im Kulturtreff den Ansatz Beteiligung an der Gestaltung des Stadtteils erlebt. Nach jetzt mehr als zwanzig Jahre hat sich vieles verändert. Der Zusammenhalt im Stadtteil ist deutlich spürbar gewachsen. Themen wie soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit, Armut, unterschiedliche Kulturen, Integration packt man hier an. Es bestätigt mich darin, dass wir in unserer langfristigen Stadtentwicklung die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen und beteiligen müssen.

Unsere Stadtentwicklungspolitik gilt gleichzeitig der Innenstadt und den Stadtteilen. „Starke Stadtteile mit Profil“ machen Hannover liebens- und lebenswert. Auch darüber will ich mit Expertinnen und Experten, Bürgerinnen und Bürgern auf dem Zukunftskongress am 1. Juni diskutieren. Sie sind herzlich eingeladen! Vielleicht sehen wir uns schon vorher: Diese Woche bin ich unter anderem in Bothfeld und Ricklingen, vielleicht treffen wir uns! Ich würde mich freuen!

Ihr

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