Kolumne 21/2013 [27.05.2013]: Hannover 2030 – Ein Blick in die Zukunft

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Liebe Leserin, lieber Leser,

manchmal hilft bei Dauerregen nur noch Galgenhumor. Kennen Sie schon den Spruch “Der kleine November möchte gern aus dem Mai abgeholt werden”? Oder: “Ab Freitag wird es wärmer – auch der Regen.” Gerade ist der autofreie Sonntag in Hannovers Innenstadt buchstäblich ins Wasser gefallen. Bei ununterbrochenem Guss von oben wäre eine Durchführung für alle Beteiligten, Besucherinnen und Besucher nicht zu verantworten gewesen. Bei der jetzt schon tagelangen Kälte und Nässe sehnen sich die Menschen ohnehin eher nach Wärme und Sonne. Mir geht es nicht anders. Dem Kinderlied “Eine Seefahrt, die ist lustig” könnte ich nach dem Drachenbootrennen “für mehr Toleranz” neue Strophen zufügen. Wasser von oben, Wasser von unten, Matsch am Ufer – und trotzdem hat es Spaß gemacht.

Schade, dass der autofreie Sonntag in diesem Jahr nicht mehr stattfinden kann. Tausende von Menschen haben sich engagiert, Aktionen vorbereitet, am Programm mitgewirkt, um das Thema Mobilität in der Stadt mal aus neuem Gesichtswinkel zu zeigen. Danke dafür! Um dieses Thema ging es auch beim neu gegründeten UmweltForum Hannover der Deutschen Umweltstiftung, bei dem ich am Mittwoch zu Gast war. Das "grüne" Netzwerk erfreut sich bei Besuchern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung über großes Interesse. Nach Projektvorstellungen des Gastgebers habe ich meine Visionen über das "Nachhaltige Hannover“ erklärt Wie stellt sich die Stadt auf, um Umweltfragen gerecht zu werden? Wie wünscht man sich Hannover in zehn bis zwanzig Jahren in Tourismus, Elektromobilität...

Beim Blick in die Zukunft Hannovers konnte ich berichten, dass Wirtschaft und Umwelt hier seit den 90er Jahren keine Konkurrenten sind, sondern Synergien schöpfen. Ökoaudit, Umweltplanung und regelmäßige Berichterstattung haben gute Ergebnisse gezeigt. Anfang 2000, im Jahr der Expo, hat die Stadtverwaltung umweltbezogene Nachhaltigkeitsindikatoren entwickelt, an denen sich die Entwicklung messen lässt. Ein Städtevergleich im Jahre 2005 zeigte bereits, wie gut und in wie vielen Bereichen Hannovers Umwelt Spitze ist (ÖPNV, Grünflächen, Naturschutz, Klimaschutz, Abwasserreinigung), wo wir über dem Durchschnitt liegen (PKW-Bestand, Car-Sharing, Fahrradverkehr, Lärmbelastung, Abfall) und wo nur durchschnittlich sind (Luft, Straßenbäume und Wasserverbrauch). Schlecht steht Hannover bislang nur in der Nutzung der Solarenergie. Mit einem Augenzwinkern nach dem Blick in den tiefgrauen Himmel kann ich nur sagen: “Verständlich.”

Verwaltung und Politik ziehen bei dem Thema an einem Strang; wir wollen kontinuierliche Verbesserungen. 2011 hat Hannover nach dem Votum von Umweltverbänden und Bundesumweltministerium in Konkurrenz zu 123 Städten den Titel "Bundeshauptstadt der Biodiversität" errungen. Das heißt nicht, dass sich die Stadt jetzt ausruht. Es muss weiter gehen!

Das Thema alternativer Mobilität ist ein für die Zukunft sehr wichtiges. Hannover wird immer eine Stadt mit Autos sein. Aber welche Rolle wird in 20 Jahren der Elektroantrieb spielen? Aktuell laufen die Planungen für das "Schaufenster Elektromobilität". 120 Millionen Euro fließen in die Metropolregion Hannover, Göttingen, Braunschweig, Wolfsburg. Mehr als 30 Projekte mit 200 beteiligten Unternehmen werden einen kräftigen Impuls und Anschub in alternativen Formen der Mobilität geben. Ende des Jahres geht es los. Über Umwelt, Energie und Mobilität wollen wir auch am kommenden Samstag auf dem Kongress HANNOVER 2030 sprechen! Ich bin schon sehr gespannt. Zum Blick in die Zukunft und zur Diskussion darüber (10 bis 16 Uhr) lade ich Sie herzlich ein. Ich freue mich auf Sie! Und würde mich noch mehr freuen, wenn Sie mir zutrauten, die Zukunft Hannovers an maßgeblicher Stelle als Oberbürgermeister mit zu gestalten!

Ihr

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