Kolumne 23/2013 [10.06.2013]: Die Hannover-Wochen

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Liebe Leserin, lieber Leser,

bei meinen Stadtteiltouren bin ich auf bisher gar nicht genug beachtetes Phänomen gestoßen. Es gibt sie, die „Hannover-Tage“. Das ist beispielsweise das Lister Meilenfest, der Jazz in Wülfel, das Feuerwerk in Herrenhausen. Lauter identitätsstiftende Momente, die ein Quartier, einen Stadtteil oder aber eine Organisation zusammen führen. Die SPD hat gleich eine ganze „Hannover-Woche“ erlebt. Das fing an mit dem Zukunftskongress HANNOVER 2030, ging über den „Abend mit Freunden“ im Ballhof, bei dem ich endgültig zum Oberbürgermeisterkandidaten der SPD gewählt worden bin und reichte bis hin zum 70. Geburtstag unseres Alt-OBs Herbert Schmalstieg..

Für mich war schon bei der Nominierung im Ballhof die tolle Mischung aus Kultur und Politik und die Begegnung mit meinem hoffentlich Vor- und Vor-Vorgänger etwas Besonderes. Ex-OB und Ministerpräsident Stephan Weil hat launig erzählt, wie er auf einer Fahrradtour mit seiner Frau zu Pfingsten Hannover und die Qualitäten der Stadt wahrgenommen hat. Nicht nur den Naherholungswert der Stadt im Grünen, sondern auch die an vielen Stellen sichtbaren Belege guter Politik der Sozialdemokratie. Eine Station war das Ihme-Zentrum, dessen Umgebung anders als in den Jahren zuvor langfristig vor Hochwasser geschützt ist. Das durchzusetzen – auch gegen Widerstände - zeigt die verantwortungsbewusste Politik für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.

Ebenso beeindruckend war der Auftritt von Herbert Schmalstieg, der nach längerer Zeit wieder eine Grundsatzrede zu sozialdemokratischer Politik gehalten hat. An historischer Stätte, denn vor 147 Jahren hatte sich im Ballhof der SPD Ortsverein Hannover, gegründet.

Am Samstag wurde Herbert Schmalstieg 70 Jahre alt. Er verkörpert wie kein zweiter unser Hannover, er war, ist und bleibt "Der Hannoveraner". Diesen Ehrentitel trägt nur er, und er hat ihn sich in 34-jähriger Tätigkeit als Oberbürgermeister mehr als verdient. Als einer, der sich entschlossen hat, sein Nach-Nachfolger werden zu wollen, habe ich ihm im Ballhof gedankt: "Lieber Herbert, ich verneige mich vor deiner Lebensleistung für unsere Stadt." Die über 250 Zuhörerinnen und Zuhörer im Ballhof sahen das genauso und teilten es "Herbert" mit lang anhaltendem Applaus mit.

Die „Hannover-Tage“ hören damit nicht auf. Ich freue mich auf die große Feier zum 100. Geburtstag des Rathauses, dem Stein gewordenen Selbstbewusstsein dieser Stadt. Ich freue mich auf das wahrscheinlich tolle Konzert von „Silbermond“, Live-Rock zum Nulltarif.

Und ich freue mich darüber, dass auch an „Hannover-Tagen“ nicht nur gefeiert, sondern Solidarität gelebt wird. Wie selbstverständlich hat Herbert Schmalstieg zu seinem Geburtstag auf Geschenke verzichtet und um Spenden für die medizinische Versorgung illegal eingereister Zuwanderer in Hannover und ein Flüchtlingsprojekt im Nordirak gebeten. Wie selbstverständlich helfen Hannovers Feuerwehrleute und viele Freiwillige an der Hochwasserfront wird. Wie selbstverständlich nehmen Bürgerinnen und Bürger Verwandte und Freunde auf, die wegen der dramatischen Pegellage der Flüsse ihr Zuhause verlassen mussten. Miteinander feiern, einander helfen, zusammen alles tun, damit die Zukunft besser und gerechter wird - das können die Hannoveranerinnen und Hannoveraner. Und darum wäre ich stolz, wenn ich von ihnen am 22. September zum Oberbürgermeister dieser Stadt gewählt werden würde.

Ihr

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