Kolumne 25/2013 [24.06.2013]: Vielfältige Eindrücke aus Hannover

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Liebe Leserin, lieber Leser,

der erste Etappensieg im Vorwahlkampf ist geschafft, ein selbst gestecktes Ziel erreicht. Ich hatte mir vorgenommen, bis Ende Juni alle 51 Stadtteile Hannovers zu erkunden. Denn die Stadt ist nicht homogen. Um den Wünschen ihrer Bürgerinnen und Bürgern nachzukommen, ist eine genaue Bestandsaufnahme in den unterschiedlichen Quartieren Pflicht. Für mich war es eher eine Kür, die mir vielfältige Eindrücke gebracht hat. Auch, wenn mir noch die Zeit für eine genaue Auswertung fehlt (schließlich stehen immer noch Termine an), stelle ich Schwerpunkte fest.

Bildung, Erziehung und Betreuung stellen überall eine Herausforderung dar - sei es im Stadtbezirk Mitte oder in Misburg. Schul- und Kita-Leitungen haben viele logistische Fragen zu bewältigen. Wir haben wieder mehr Kinder in der Stadt, mehr Klassen in vielen Jahrgängen. Inklusion von Kindern mit Behinderungen, Integration, Mittagessen in Mensen, Sport und Aktivitäten im Ganztagsbetrieb erfordern Organisation und Kooperation.

Umso wichtiger wird die Arbeit in den Vereinen - für die Zukunft Hannovers ein bedeutendes Thema. Die Sportentwicklungsplanung hat dabei nicht nur mit den Veränderungen im Schulbetrieb am Nachmittag zu tun. Genauso wie die Schützenvereine haben sie auch mit demografischen Fragen zu tun. Auch der Alltag in den Kleingärten und ihren über 100 Vereinen in Hannover steht immer wieder auf der Probe. Vorstände müssen besetzt, viele Aufgaben verteilt werden, für die sich immer Engagierte finden müssen. Gerade am Rande der Jubiläen und Sommerfeste sind das die bestimmenden Diskussionen. Ein schönes Beispiel von Fortschritt habe ich am Wochenende bei der angestrebten Kooperation von TSG 93 Hannover mit seinen schönen Sportflächen in Ricklingen und dem FC Can Mosaik, einem mehrheitlich türkischem Sportverein, erlebt. Der Tag der offenen Tür war ein ermunterndes Beispiel für sinnvolle Zusammenarbeit verbunden mit Fragen der Integration.

Viele Unternehmen - manche erst einige Jahre, manche mit langer Tradition in Hannover - habe ich besucht. Beispielsweise VSM in Hainholz, ein Unternehmen, das Schleifmittel wie das bekannte Schmirgelpapier herstellt. Und zwar seit 149 Jahren. Auch wer so lange am Standort besteht, braucht Unterstützung und Vertrauen seitens der Stadt und in seinem Stadtteil. Industrieproduktion mitten in der Stadt ist immer noch etwas Faszinierendes. Dieses hochmoderne Unternehmen erweitert sich besonnen, aber kontinuierlich. Dabei sucht es die gute Nachbarschaft zu Bürgern und Vereinen im Umfeld. Das hat mich sehr beeindruckt. Ich freue mich schon auf das Jubiläum im kommenden Jahr.

Apropos Jubiläum. Der 100. Geburtstag des Neuen Rathauses hat nicht nur bei den Hannoveranerinnen und Hannoveranern, sondern auch bei vielen Gästen aus dem Umland Eindruck hinterlassen. Sowohl die würdevolle Festveranstaltung als auch das Konzert mit Silbermond und die anschließenden Feiern mit dem Tag der offenen Tür im Rathaus und dem Fest der Kulturen auf dem Trammplatz. Ein Besuch der Ausstellung der Rathausgeschichte im Bürgersaal ist beeindruckend. Viele Dokumente sind erstmals zu sehen. Etwa eine sehr kurze Filmaufnahme, die präsentiert wird. Der Kaiser geht über den Platz, aber sehen Sie selbst!

Jetzt freue ich mich auf die Verpflichtung der Bruchmeister und die Eröffnung des 484. Schützenfestes am Freitag. Natürlich wird in den kommenden Tagen wieder diskutiert, ob dieses Fest eine Zukunft hat und welche. Das ist wichtig für Hannover, und Ideen dazu habe ich auch. Lassen Sie uns darüber sprechen! Und laden Sie mich gern in Ihren Stadtteil ein!

Ihr

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