Kolumne 33/2013 [19.08.2013]: Wirtschaft und Arbeit sichern...

Schriftzugfarbe

Liebe Leserin, lieber Leser,

alle lieben Talkshows. Manchmal ändern sich die Themen im Minutentakt. Bezahlbares Wohnen, gute Betreuung von Kindern, demografischer Wandel oder das Toilettenhäuschen in Opernähe – alles gern gefragt. In der vorigen Woche ist Wirtschaft das Schwerpunktthema gewesen.

Den Anfang machte die Kreativwirtschaft. KreHtiv, der Verein der Kreativwirtschaft in Hannover und bei hannoverimpuls, unserer regionalen Wirtschaftsförderung, hatte alle OB-Kandidatinnen und Kandidaten auf das alte und neu erschlossene Hanomaggelände in die Halle 96 eingeladen. Das Netzwerk hat 240 Mitglieder, ein Beleg für seine herausragende Bedeutung. In 96 Sekunden sollte jeder Kandidat seine Vorstellungen für die Zukunft der Kultur- und Kreativwirtschaft skizzieren. Keine leichte Sache. Meine Kernbotschaft: Vor allem in der Musik (da behaupten wir einen Spitzenplatz) und der Software mit den beliebten Games sind wir gut aufgestellt in Hannover. Beides bringt Renommee für unsere Stadt. In weiteren Segmenten (elf gibt es) müssen wir Profil entwickeln. Mein Vorschlag ist, eine neue Studie in Auftrag zu geben (die letzte stammt von Janus, Leibniz Universität 2009, und ist abgearbeitet), die die vorhandenen Daten nutzt, aktuelle erhebt und gründlich analysiert. Gemeinsam mit dem Netzwerk können wir dann für unseren Standort eine Strategie entwickeln. Daran fehlt es, das ist unsere Baustelle. Zweiter Punkt: Wir müssen unsere Netzwerk KreHtiv über die Förderung bis Ende 2014 hinaus sichern! Für diese beiden Botschaften habe ich zugegeben 115 Sekunden gebraucht Und festgestellt: Es gibt eigentlich noch viel mehr zu sagen.

Es folgte dann ein Talk bei dem Verband der deutschen Unternehmerinnen, allesamt erfolgreiche Firmeninhaberinnen. Sie fragten intensiv; wir diskutierten ausführlich. Die Zeit war begrenzt, weil gleich im Anschluss die IHK, zusammen mit Handwerkskammer und Industrieclub, eingeladen hatte! Mehr als 200 Wirtschaftsakteure ließen sich die Positionen zu Standort, Wirtschaftsförderung, Verkehrspolitik und Arbeitskräften erklären. Ein sehr breites Spektrum, häufig wurde zugespitzt. Meine These: Der Blick nach vorn hilft unserem Wirtschafts- und Arbeitsstandort. Wir haben große Ansiedlungserfolge, aber dürfen uns deswegen nicht ausruhen. Vor uns liegen schwierige Aufgaben: Wir müssen unsere Fachkräfte halten und neue gewinnen. Mit guter dualer Ausbildung, offenen Hochschulen, internationaler Kooperation und vielem mehr. Wir müssen uns als wachsende Stadt um den Wirtschaftsverkehr kümmern. Wir brauchen ihn, wir brauchen Gütertransport auf der Straße – das aber zu Bedingungen, die Akzeptanz bei Anwohnern garantiert. Der häufig erhobene Vorwurf, wir wollten den Autoverkehr aus der Stadt heraus drängen, perlt an mir ab. Ich weiß, dass das nicht stimmt und biete an, diese schwierigen Fragen im Rahmen einer Stadtentwicklungsdiskussion von 2014-2016 aufzugreifen und zu lösen. Diese Diskussionen brauchen wir. Schon jetzt will ich Sie auch mit Ihnen führen. Laden Sie mich ein in Ihren Stadtteil!

Ihr

001Schostok_Unterschrift