Kolumne 37/2013 [16.09.2013]: Bildung, Bildung, Bildung

Schriftzugfarbe

Liebe Leserin, lieber Leser!

Erstmals wird die Bundestagswahl ganz entschieden von den Älteren bestimmt. 52,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler sind 50 Jahre alt und mehr. Die größte Gruppe ist mit 20,1 Prozent die der 70plus. Diese Zahlen treffen natürlich nicht für die Oberbürgermeisterwahl zu und auch nicht für Hannover. Wir sind eine wachsende Stadt mit sehr vielen jungen Leuten. Und entscheiden, wer neuer Oberbürgermeister wird, dürfen auch EU-Ausländer und 16-bis 18-Jährige.

Quer durch alle Generationen, da bin ich mir sehr sicher, herrscht der Wunsch nach Bildungsgerechtigkeit. Denn Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft. Den Jungen garantiert sie einen Job, Vorwärtskommen im Beruf, genug Geld fürs Leben.

Umso wichtiger ist gerade in einer wachsenden Stadt frühkindliche Bildung. Wir brauchen kein Betreuungsgeld; wir wollen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie! Dafür hat die Stadt Hannover viel getan. Familien sind hier mit Kindergartenplätzen zu mehr als 99 Prozent versorgt. An Krippenplätzen hat Hannover eine Quote an die 56 Prozent zu bieten. 2009 vorgeschrieben als rechnerische Größe waren von der Bundesregierung bloße 35 Prozent. Damit nicht genug. 27 von 58 Grundschulen in Hannover sind Ganztagsschulen. Und die Eltern wollen, dass das Angebot noch ausgeweitet wird. An allen Grundschulen, anschließend auch an den weiterführenden Schulen - das wünschen sich Eltern für ihre Kinder, aber auch für sich.

Zum Themenbereich Bildung habe ich in den vergangenen Monaten zwei Erfahrungen gemacht. Zum Ersten: Die Wünsche und Ansprüche auf mehr und bessere Betreuung, Erziehung und Bildung auf der einen Seite und flexiblere Strukturen von Arbeitswelt und öffentlichen Angeboten auf der anderen Seite wachsen - zurecht aus meiner Sicht. Zum Zweiten: Es ist ein Anspruch, der an den Staat gestellt wird, unabhängig von der Ebene. Ob Bund, Land, Kommune, Hauptsache ist, es muss schnell etwas passieren.

Die Konsequenzen müssten klar sein. Wir brauchen ein Bündnis für mehr und bessere Bildung, Erziehung und Betreuung. Bund, Länder und Kommunen sollten prüfen, ob sie genug dafür tun und die Weichen richtig stellen. Um alle Ansprüche an gute Bildung erfüllen zu können, muss die Bildungsfinanzierung in Deutschland zum Hauptthema werden. Mindestens 20 Milliarden Euro werden benötigt, um die dringend notwendigen Reformen einzuleiten.

Bis wir dazu kommen, ist zu begrüßen, dass die neue Landesregierung angekündigt hat, mit 260 Millionen Euro den Ausbau der Ganztagsschulen zu unterstützen. In der vergangenen Woche habe ich angekündigt, dass Hannover seine eigenen Anstrengungen nicht zurückfahren wird, sondern selbst weiter Tempo macht. Das ist auch nötig! Ich spreche mit vielen Alleinerziehenden, die sich zum Teil schon lange kaum noch zu helfen wissen. Für diese sind wir auch verantwortlich, wenn wir Familienpolitik ernst meinen. Eine Bitte an die Unternehmen und Arbeitgeber habe ich dabei auch. Wir müssen früh anfangen und an die Fachkräfte von heute und morgen denken, deshalb müssen sie/Sie sich auch auf ihre/Ihre Verantwortung besinnen. (Alleinerziehende) Familien haben diese Unterstützung dringend nötig!

Geben Sie mir bitte Ihre Stimme bei der OB-Wahl! Ich werde mich anders als ein Mitbewerber nicht darauf beschränken, vollmundig mehr Sauberkeit an Schulen zu versprechen. Das versteht sich von selbst. Ich gebe Ihnen das Versprechen ab, mehr für Bildungsgerechtigkeit zu tun in dieser Stadt! Zum Wohl von uns allen, zum Wohl vor allem ihrer kleinsten Bürgerinnen und Bürger!

001Schostok_Unterschrift