Hannover ist eine wachsende Stadt

 

Hannover ist eine wachsende Stadt. Wann immer ich diesen Satz sage, dann habe ich als erstes Bilder von unvermittelt aus dem Boden sprießenden Häusern, sich ausbreitenden Flächen, von wachsender Infrastruktur im Kopf. Das sieht vor dem inneren Auge aus wie ein schnell abgespielter Film in Bildern. Aber das ist ganz sicher nicht das Bild der wachsenden Stadt, über die ich am vergangenen Donnerstag in meiner Haushaltsrede gesprochen habe.

Ich habe mir Flüchtlingsunterkünfte angesehen. Ich bin dort Menschen begegnet, die eine lange quälende Reise hinter sich haben. Nicht erst mit dem Beginn ihrer Flucht. Niemand verlässt gerne sein Zuhause, so lange es einem lieb und vor allem sicher ist. Die Menschen, die ich in den Unterkünften getroffen habe, die haben Wehmut in den Augen, aber sie haben auch Hoffnung. Hoffnung auf eine gute Zukunft in einer sicheren Stadt und einem sicheren nachbarschaftlichen Umfeld. Und sie werden empfangen von Menschen, die sich um sie sorgen. Beruflich engagierte Menschen, Ehrenamtliche, Nachbarn. Und ich bin in der Stadtverwaltung mit sehr vielen in Kontakt, die dafür Sorge tragen, dass wir in dieser besonderen Situation mehr als ihr und unser Möglichstes tun, um zu helfen.

Mich erreichen täglich Anrufe und Briefe von Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt, die helfen wollen. Mit Tatkraft, mit Geld, mit Leidenschaft. Einige von ihnen, weil sie sich an die eigene Flucht oder die ihrer Vorfahren erinnern. Andere, weil sie etwas von dem Glück, dass sie haben, weitergeben wollen. Hannover ist eine großartige Stadt. Eine Stadt, in der die, die ausgrenzen wollen, keinen Platz haben. Eine weltoffene, tolerante, internationale Stadt.

Mein Arbeitstag beginnt jeden Morgen mit einer Frühbesprechung im engsten Kreise. Das erste Thema ist die Situation der Flüchtlinge. Die Situation derjenigen, die bereits hier sind, derjenigen, die auf sich aufmerksam machen wollen, derjenigen, die noch kommen. Das war es bereits vor der Einrichtung unserer Lenkungsgruppe in der Verwaltungsspitze, und das wird es noch lange sein. Bis wir letztlich die Voraussetzungen geschaffen haben, um denen die bleiben, eine echte Perspektive bieten zu können.

Danke an alle, die bei diesem Weg helfen. Ich weiß: Auf meine Verwaltung kann ich zählen. Ich wünsche mir darüber hinaus, dass wir aus der enorm großen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, dem Engagement in der Politik und der vielen Organisationen und Verbände, ein breites Bündnis aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit schmieden, um die Zukunft derer zu sichern, die unsere Zukunft vielleicht einmal selbst mitgestalten werden. Lassen Sie uns diese Zuwanderung nicht nur als Wagnis begreifen, sondern vor allem als Chance – auch als Chance, die Weltoffenheit, Empathie und Couragiertheit dieser Stadt und ihrer Einwohnerinnen und Einwohner zu zeigen!

 


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