Mit der Jugend im Gespräch

 

Ein Oberbürgermeister braucht Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern aller Generationen. Zu Beginn des Jahres schon hatte ich mir vorgenommen, gezielt Gespräche mit Jugendlichen zu führen. Einen sehr schönen Anlass hat dazu am Samstag der Stadtjugendtag der Landeshauptstadt geboten, noch dazu in toller urbaner Kulisse am Peter-Fechter-Ufer (Glocksee) gegenüber des Ihmezentrums also. Im Rahmen des Stadtdialogs "Mein Hannover 2030" haben sich die hannoverschen Jugendkulturen mit einer Demokratiekonferenz präsentiert, mit "Politik zum Anfassen", Projekten, Musik, Sport und vielem mehr.

Gefordert war ich bei vielen Fragen für den 'Dialog mit dem OB'. Jugendliche aus verschiedenen Initiativen, Projekten und Verbänden hatten Fragen und Vorschläge der jungen Generation gesammelt und wollten wissen, inwieweit die Anregungen bis 2030 umsetzbar sind, welche Rolle die Jugendlichen dabei spielen und wer ihre Ansprechpartner in der Stadt Hannover sind. Sie wollen damit die direkte Jugendbeteiligung vor Ort stärken und auch bisher nicht eingebrachten Ideen eine Chance geben, gehört zu werden.

Die erste Frage: Jugendliche wünschen sich nachhaltige Entwicklung in ihrer Stadt, mehr grün, weniger CO²-Emissionen usw. Welche Pläne hat die Stadt dafür? Was können die Jugendlichen tun? Und was ist für Herrn Schostok persönlich das wichtigste Element für eine grüne, nachhaltige Stadt?
Meine Antwort an dieser Stelle, natürlich verkürzt: Die Stadt ist bereits  sehr aktiv beim Klimaschutz, es gibt den Masterplan von Stadt und Region „100 Prozent für den Klimaschutz“ – Ziel klimaneutrale Region bis 2050, das ist ein sehr ehrgeiziger Plan, der gemeinsame Anstrengungen vieler Partner erfordert: Politik durch Vorgaben, Wirtschaft und Wissenschaft, aber eben auch Aktivitäten von jungen Menschen, durch eigenes Verhalten, durch Engagement in Projekten. Für mich ist eines der wichtigsten Elemente für unsere grüne Stadt die Eilenriede. Sie bietet kostenlos für alle sehr viele Freizeitmöglichkeiten. Das zu erhalten ist mir gerade in einer wachsenden Stadt wichtig.

Nächste Frage: Junge Menschen sind gerne in ihrer Stadt, in Hannover unterwegs. Jugendliche wünschen sich mehr öffentliche Sitzmöglichkeiten in der Innenstadt, insbesondere am Kröpcke und am Bahnhof, da dies wichtige Treffpunkte für junge Menschen sind.
Meine Antwort darauf: Der Bahnhof und Kröpcke als Jugendtreffs sind sicherlich gute Treffs für Verabredungen, aber dort mehr Sitzgelegenheiten fest zu installieren, führt bei genauer Betrachtung nicht wirklich weiter, dort halten sich kurzzeitig viele Menschen auf, es fehlt leider an Platz für gesonderte Jugendtreffzonen. Mit Phantasie fällt uns vielleicht etwas ein, zum Beispiel flexible Sitze aus Karton mitzubringen. Das wird schon häufig bei Veranstaltungen gemacht.

Noch eine Frage von vielen: Inwieweit können die Anregungen der Jugendlichen an Stadtplaner_innen oder andere Zuständige weiter geben werden? Gibt es eventuell schon Pläne?
Meine Antwort: Dafür habe ich großes Verständnis, schon bei den Planungen wird heute vieles berücksichtigt. Wichtig ist aber auch, dass Jugendliche sich an Diskussionen über konkrete Projekte beteiligen. Ich weiß, dass wir auf Jugendliche zugehen müssen und nicht immer erwarten können, dass sie sich an den bekannten Formen der Politik beteiligen, deshalb bin ich offen für neue Wege und andere Formen, wie dieses Festival.

Es gab in dieser Diskussion auch viele Anregungen. Schön fand ich die Idee, wie der Kontakt und das Verständnis zwischen Jugendlichen und Politik erleichtert werden könnte, Amtsbriefe und Gesetze in verständlicherer Sprache zugänglich zu machen. Die Jugendlichen wissen genau, dass Gesetzestexte juristisch geschrieben werden müssen – aber dass danach auf Wunsch und Nachfrage eine Aufbereitung möglich ist. Gute Idee!

Eine weitere Idee war, im Stadtteil an Haltestellen Infotafeln mit Texten und Infos über alles, was im Quartier und im Stadtteil passiert, zu installieren. Dank Internet und LED-Displays geht so etwas heute viele leichter als früher nur an Litfaßsäulen. Da könnte sich bis 2030 doch bestimmt in diese Richtung entwickeln.

Kurzum: Der erste Stadtjugendtag hat jede Menge Informationen darüber gebracht, wie junge Menschen heute und in Zukunft ihre Stadt sehen. Der Tag war richtig gut und hat allen gefallen. Wir sollten den Schwung und die Anstöße mit in die Auswertung und das Stadtentwicklungskonzept aufnehmen. Vor allem sollten wir miteinander im Gespräch bleiben.

 


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