Eine Woche voller Trauer und Hoffnung zugleich

 

Stärker könnte der Kontrast unterschiedlicher Gefühle nicht sein als in der vergangenen Woche! Sie begann voller Hoffnung. Die Stadtgesellschaft - Bürgerinnen und Bürger, Stadtteile, Kirchen, Unternehmen und Vereine und die Medien, halten bei der Unterbringung von Flüchtlingen zusammen und versuchen alles, die Zuwanderung zu bewältigen.

#hannoverhilft heißt es bei Twitter, bei Facebook, im Internet bei www.haz.de/Hannover/Themen/Hannover-hilft und auf der Seite der Stadt www.hannover.de/fluechtlinge. Das ist die Adresse des neuen städtischen Portals. In der Verwaltung koordiniert ein Team mit dem den ehemaligen Sozialamtsleiter Hans-Joachim Sbresny alle Hilfsangebote und Informationen rund um Thema Flüchtlinge.

Wir müssen alle auch zusammenhalten. Die Meldungen aus dem Ausland, von den Grenzen, aus der Bundespolitik und den Ländern sind alles andere als beruhigend. Auf eine engagierte Sozialdezernentin in Köln hat kurz vorm Wahlkampfende ein als Neonazi bekannter Mann einen lebensgefährlichen Anschlag mit einem Messer verübt. Das war ein Schock!

Viele Ebenen erwarten von der Politik, dass sie diese Herausforderung um die internationalen Flüchtlingsbewegungen bewältigt. Vor diesem Hintergrund sind die Asylbeschlüsse vom Freitag wichtig. In den Ländern und ihren Kommunen ist die Belastung bereits so hoch, dass öffentlich große Zweifel geäußert werden, ob das schon reichen wird.

Wichtig ist, dass die einzelnen Maßnahmen des Asylpakets schnell wirken, auch durch beschleunigte Asylverfahren. Es hilft niemandem weiter, wenn die Politik oder Oberbürgermeister in Alarmismus verfallen und damit vor allem Ängste bei denen schüren, die von uns Hilfe und souveränes Handeln erwarten. Natürlich kommen wir in Hannover wie in vielen Kommunen an Belastungsgrenzen. Das wissen Land und Bund. Was bleibt zu tun? Ich appelliere zu Zuversicht und Zusammenhalten! Wir packen das an, und viele Menschen leisten dabei gerade auch ehrenamtlich Großartiges. Bei der Unterbringung schaffen wir im Moment in erster Linie große Notunterkünfte, dort halten wir vorübergehend nicht alle gewünschten Standards ein.

Die Stadt passt die Arbeit der Verwaltung den neuen Herausforderungen an. Wir organisieren uns um, arbeiten sehr viel mehr übergreifend. Vor allem aber kümmern wir uns von Beginn an um die Betreuung und die Integration. Wir stellen zum Beispiel mehr Personal für das Integrationsmanagement ein, wir investieren in den Wohnungsbau, in die Sprachförderung, wir helfen dabei, dass Job-Perspektiven geschaffen werden. Deshalb hilft es wenig, wenn wir in der extrem angespannten Situation mit dem Finger auf andere zeigen. Die Aufnahme der Flüchtlinge ist eine Gemeinschaftsaufgabe – von Bund, Ländern und Kommunen. Der gesellschaftliche Zusammenhang und die Wahrung des Friedens ist unser aller Ziel!

Umso mehr schmerzt, in dieser Woche wichtige Mitstreiter verloren zu haben. Wir haben uns Donnerstag in einer sehr bewegenden Trauerfeier von Bernd Strauch, unserem SPD-Ratsherrn, langjährigem Bürgermeister und Ratsvorsitzendem, verabschiedet.

Am Samstag traf uns dann die Nachricht vom plötzlichen Tod des SPD-Ratsherrn Martin Hanske wie ein Schlag. Sein Engagement für die ehrenamtliche Kommunalpolitik war über mehr als zwei Jahrzehnte enorm. Schwerpunkte seiner Arbeit waren die hannoversche Wirtschaft und der Arbeitsmarkt, die Stärkung der Stadt im regionalen und nationalen Wettbewerb und eine integrierte soziale Stadtentwicklung - auch und besonders für die Stadtteile.

Beide werden uns bei der Bewältigung der schwierigen Aufgaben fehlen. Ihr soziales Engagement und die damit verbundenen Botschaften für Lösungen werden uns in Erinnerung bleiben und Ansporn für eigenes Handeln sein!

 


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