Mit der Jugend im Gespräch

 

Manche Termine im Rathaus haben ihren ganz eigenen Reiz, allen voran Einbürgerungsveranstaltungen. Da herrscht das Gefühl, einen entscheidenden Schritt geschafft zu haben. Freude, Aufgeregtheit. Auch ich habe mich sehr gefreut, dass ich am vergangenen Donnerstag in das hannoversche Neuen Rathaus zur bereits 18. Einbürgerungsveranstaltung in diesem Jahr einladen konnte.

Es war aber eine ganz besondere mit 116 Personen, die ihre Urkunden erhielten, damit die jemals größte Veranstaltung.

Die Einbürgerung ermöglicht erst die rechtliche Gleichstellung und die gesellschaftliche Teilhabe. Wenn ich die Urkunden überreiche, weise ich darauf hin, wie wichtig es ist, dieses Recht auch wahrzuzunehmen und sich einzubringen: in Elternvertretungen von Kindergarten und Schule, in Vereinen, Verbänden und Parteien. Erst damit wird man bewusst ein Teil der Stadtgesellschaft. Eingebürgert zu werden, bedeutet nicht, seine ethnische oder nationale Abstammung oder Tradition abzulegen oder zu verleugnen. Das macht die Weltoffenheit unserer Stadt aus. Das bereichert sie zugleich.

Am Donnerstag waren bei der Einbürgerung viele Kinder und Jugendliche dabei. Das ist gut und wichtig, dass bereits junge Menschen erfahren, wie Demokratie in unserer Gesellschaft vonstattengeht und was man selbst dafür leisten kann. Unsere Gesellschaft lebt davon, dass sich Menschen für andere Menschen engagieren. Dabei müssen Kinder von Eltern und Großeltern unterstützt werden. Durch das Vorleben wird ihr Verantwortungsbewusstsein gestärkt.

Gerade jetzt, in der Zeit von Flucht und Vertreibung, werden zahlreiche weitere Menschen Zuflucht in unserem Land und in unserer Stadt suchen und auch bekommen. Einige von unseren Neubürgern können sich sicherlich in diese Situation der derzeit Ankommenden versetzen. Die Aufnahme der Flüchtlinge ist eine Gemeinschaftsaufgabe! Auch unsere Neubürger sollten sich hier mit Ihrem Wissen und Ihren Erfahrungen einbringen!

Im Grundgesetz der Bundesrepublik steht ein für alle Menschen bedeutsamer Grundsatz: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Wir sind verantwortlich dafür, diese Demokratie zu stärken und diese Werte zu vermitteln und weiterzugeben. Auch das machen Einbürgerungsveranstaltungen sehr klar.

 


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