Hannover heißt Special Olympics willkommen

 

Die niedersächsische Landeshauptstadt hat Hamburg seit einer Woche etwas voraus: Hannover freut sich auf Olympische Spiele in der Stadt, genauer die Special Olympics. In Hamburg dagegen haben sich die Bürgerinnen und Bürger gegen eine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 entschieden.

Gerade in einer solchen Situation, in einer Zeit, in der beispielsweise ständig neue Vorwürfe gegen den Fußballverband FIFA bekannt werden, ist es wichtig, sich die Rolle des Sports in unserer Gesellschaft bewusst zu machen. Ich habe mich in der vergangenen Woche sehr gefreut, dass ich den Deutschen Olympischen Sportbund in der Landeshauptstadt begrüßen konnte. Hannover ist der Gründungsort einer Vorgängerorganisation, des Deutschen Sportbundes. Am 10. Dezember 1950, also fast auf den Tag genau vor 65 Jahren, wurde dieser im Hodlersaal unseres Rathauses gegründet. Am historischen Ort haben sich Präsident Alfons Hörmann und eine Delegation in das Goldene Buch der Stadt eingetragen.

Doch noch einmal zurück zum Referendum. Natürlich müssen jetzt alle analysieren, warum die Abstimmung so ausging. Es ist aber mindestens ebenso wichtig, den Blick nicht nur zurück zu richten und zu erstarren, sondern nach vorn zu blicken! In ersten, verständlicherweise enttäuschten Reaktionen war sehr häufig die Rede davon, der Sport in Deutschland sei jetzt tot. Das ist er nicht! Millionen von Menschen bewegt er weiterhin und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Hier bei uns in Hannover mit aktuell über 537.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sind mehr als 110.000 Menschen Mitglied in einem der etwa 370 Sportvereine! Das ist mehr als ein Fünftel der Bevölkerung. Und auch wenn nicht alle tagtäglich aktiv sein mögen - vereinslose Gelegenheitssportler und all jene, die „nur“ begeisterte Zuschauer sind, sind in diesen Zahlen nicht mal berücksichtigt. Leistungssport und Breitensport reißen uns mit. Vielleicht aber braucht der Sport neue Perspektiven, neue Impulse. Und klare Signale.

Wir freuen uns auf die Special Olympics, die nationalen Spiele für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, die im kommenden Jahr vom 6. bis 10. Juni in Hannover ausgetragen werden. Wir erwarten rund 5.000 Athletinnen und Athleten, noch einmal so viele Begleiter, Angehörige und Trainer, wir werden mehr als 2000 freiwillige Helferinnen und Helfern rekrutieren, und wir rechnen mit einem Sportfest allererster Güte. Es werden Spiele der Lebensfreude und vor allem eines gelebten Bekenntnisses für den Gedanken der Inklusion, die uns sehr wichtig ist. Der Sport ist dabei ein ganz wichtiger Indikator, nicht nur bei und während der Special Olympics. Die Ausrichtung gibt uns vor allem die große Möglichkeit, das Thema Inklusion noch mehr in den Mittelpunkt zu rücken.

Der Sport, und das ist es was ich ausdrücken will, hat so viele Facetten, so viele faszinierende, begeisternde, mitreißende und verbindende Aspekte. Enttäuschung ja – Resignation nein. Niederlagen muss man sportlich sehen, und beim nächsten Spiel sieht vielleicht alles ganz anders aus. Hannover ist als Sportstadt von Anfang an Feuer und Flamme für die Special Olympics. Quer durch die Stadt und die Region zeigen sich Begeisterung, Hilfsbereitschaft und Unterstützung für dieses Ereignis 2016. Wir werden eine ganz großartige Veranstaltung erleben, sind stolz Ausrichterstadt zu sein und heißen diese olympische Veranstaltung und alle Gäste herzlich willkommen.

 


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