Dem Gemeinwohl verpflichtet

 

Unser 100 Jahre altes Rathaus spielt oft eine wichtige Kulisse. Für Hochzeitsfotos etwa. Oder heute, wenn die Stadt zum 70. Geburtstag ihres Ehrenbürgers und Alt-Kanzlers Gerhard Schröder einen Empfang ausrichtet. Am Mittwoch wieder, wenn Dasselbe zum 65. Geburtstag unseres Bürgermeisters Bernd Strauch geschieht.

Manchmal aber ist das Rathaus auch Kulisse für Tagungen wie am vergangenen Freitag, als die Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung DASL/Berlin mit einem wissenschaftlichen Kolloquium unter dem Titel „FIKTION GEMEINWOHL“ zu Gast im Mosaiksaal war.

Der Tagungsort Hannover ist für das Thema gut gewählt. Schließlich beschäftigen wir uns hier sehr intensiv mit Stadtplanung! Auch in der Vergangenheit galt das Prinzip, Stadtplanung und Stadtentwicklung mit den Bürgerinnen und Bürgern zu gestalten. Wie das in dem besonders breiten Dialog zur Stadtentwicklung geschehen soll, den wir gerade vorbereiten und über den ich bereits häufiger geschrieben habe. Aktuell diskutieren wir in Hannover etliche Themen mit Bezug auf Gemeinwesen und Beteiligung: Sanierung von Infrastruktur wie unseren Straßen und Schulen, Industrieansiedlung wie mit Arvato/Bertelsmann und aktuell das Thema Wohnungsbau mit den Planungen in der "Wasserstadt Limmer". Es ist wichtig, dass sich Politiker und Politikerinnen, aber eben auch Planerinnen und Planer beständig Gedanken machen, wie sich gesellschaftlicher Konsens über den Tag hinaus, also tragfähig und am Gemeinwohl orientiert, herstellen – besser gesagt – erarbeiten lässt. Ich sage bewusst „erarbeiten“. Denn von allein stellt sich die Übereinkunft nicht ein. Da mögen die Projekte noch so gut und klug konzipiert sein.

Das aktuellste Beispiel Wohnungsbau konkret: Hannover wächst wie viele Großstädte, und wir müssen deshalb den Wohnungsbau voranbringen. Im Stadtteil Limmer im Westen Hannovers wollen wir auf dem ehemaligen Gelände der Continental-Gummiwerke bis zu 2000 Wohnungen errichten. Der Stadtteil Limmer wird sich verdoppeln. Weil das Gebiet auf einer Halbinsel zwischen zwei Kanälen liegt, trägt das Projekt den schönen Namen „Wasserstadt Limmer“.

Mit der ersten Veröffentlichung beginnen die Herausforderungen: Die Alteingesessenen haben Fragen zur Verkehrssituation, zur Bebauung, fürchten mehr Verkehr, sorgen sich darum, wer da wohl einziehen mag. Manche finden das Projekt überdimensioniert usw. Alles in sich berechtigte Fragen. Wir werden jetzt dem Bezirksrat und damit auch den Menschen im Stadtteil einen Vorschlag für weitere Informationsmöglichkeiten und Beteiligung an der Diskussion machen. Es wird Bürgerversammlungen geben, wir werden die Expertisen offenlegen und zur Diskussion stellen.

Das meine ich mit beständig überlegen und beteiligen. Wir bleiben im Dialog! Versprochen! Denn eine Stadt ist nur so gut wie ihre Bürgerinnen und Bürger!
 

 


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