Impulse von einem Genie

 

Hannover im Royal-Fieber? Wetten, dass Sie an dieser Stelle erwartet haben, dass ich auf den Besuch von Prinz Andrew eingehe? Oder auf die tollen Ausstellungen und Events zum Jubiläum der Personalunion? Könnte ich, aber mein Blick ist gerade auf etwas anderes gerichtet. Oder jemanden anderen, um genauer zu sein.

Auf den Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (geboren am 21. Juni 1646 in Leipzig, gestorben am 14. November 1716 in Hannover). In vielen Briefen und Gesprächen bekomme ich den Vorschlag, dass wir noch viel mehr mit dem Mathematiker, Philosophen, Diplomaten werben könnten.

Natürlich, mehr geht immer. Aber Leibniz ist schon heute ein überragendes Puzzlestück im Hannover-Bild. Sein Name fällt immer wieder im Zusammenhang mit einer langfristigen Bewerbung für das UNESCO Weltkulturerbe in den Herrenhäuser Gärten, deren Entwicklung er maßgeblich beeinflusst hat. Für 2016 laufen bereits Vorbereitungen für die Feiern zu seinem 300. Todestag.

Am vergangenen Freitag gab’s fast unbemerkt von der Öffentlichkeit eine schöne Gleichzeitigkeit, die das Leibniz'sche Erbe berührt und sicher noch bedeutsame Folgen haben wird. Zu den gerade eröffneten  KunstFestSpielen Herrenhausen gehört von Anbeginn die Akademie der Spiele. Sie greift zwar eine Idee des Barock auf, aber man kann die Akademie als ein Labor für die Zukunft beschreiben: Leibniz stand Pate, wenn der Große Garten eine Woche lang zu einem Frei- und Ideenraum wird. Das Universalgenie war überzeugt davon, dass dem Staunen und Wundern eine produktive Kraft innewohnt und so wünschte er sich eine populäre Ausstellung mit Kuriositäten, faszinierenden Automaten und Maschinen, mit Tierdressuren, Theater- und Opernaufführungen, mit Feuerwerken, mit Spielen, mit Kunst- und Raritätenkabinetten, mit Glücksspielen und Lotterien, mit wissenschaftlichen Disputen und Kolloquien.

Heute sieht das so aus: Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren wird die außergewöhnliche Möglichkeit geboten, sich mit international renommierten KünstlerInnen auszutauschen und durch deren Erfahrungen kreative Anstöße zu bekommen. Gottfried Wilhelm Leibniz wäre sicher hoch erfreut über die "Akademie der Spiele 2014"! Noch mehr aber darüber, dass unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seinen Traum verwirklichen. Denn genau an diesem Tag, an dem die KunstFestSpiele eröffnet wurden, gründeten zwölf hannoversche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, unterstützt von der VolkswagenStiftung und der Landeshauptstadt, die "Wissenschaftliche Sozietät zu Hannover". Der Verein verfolgt das Ziel, die Wissenschaft in der Tradition von Gottfried Wilhelm Leibniz insbesondere an seinem langjährigen Wirkungsort zu fördern und zu pflegen.

Ich bin sehr gespannt auf die Veranstaltungen. Schon im Herbst findet die erste zum Thema „Tierhaltung und Infektionsrisiko / Antibiotikaresistenz für den Menschen“ statt. Weitere mit den Themen „Bildungsziele für Schule und Hochschule“, „Digitalisierung und Recht auf eigene Daten“, „Bevölkerungsentwicklung, alternde Gesellschaft, Migration und Urbanisierung“ sowie „Wie und warum investieren wir in Kultur?“ sind für das Jahr 2015 geplant. Ein Universalgelehrter gibt Impulse. Auch Ihnen!

 


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