Maifeier auf dem Trammplatz – da muss man hin!

 

Alljährlich am 1. Mai ist Hannover für einen Rekord gut. Die Stadt, in der die SPD unter Kurt Schumacher nach dem Krieg wieder gegründet wurde, macht Schlagzeilen dadurch, dass sie die bundesweit größte Mai-Kundgebung auf die Beine stellt. Rund 10.000 Zuhörerinnen und Zuhörer kommen, um die Reden zu hören und anschließend zu feiern.

Ich bin mir ganz sicher, dass dieser Rekord auch am 1.Mai 2015 nicht zu brechen sein wird. Denn dann, am Freitag, feiern wir hier seit 125 Jahren den 1. Mai. Der DGB Kreisverband Region Hannover ermöglicht uns mit einer Ausstellung im Neuen Rathaus einen spannenden Blick auf die Geschichte.

Eine Historie, die viel erzählt über die Arbeiterbewegung in Hannover und auch über die SPD. Das Bekenntnis zu Wert und Würde der Arbeit eint SPD und Gewerkschaften. Denn Arbeit hat für uns Sozialdemokraten eine ganz besondere Bedeutung. Es geht nicht nur um Arbeit an sich, egal wie diese Arbeit sein mag und was sie einbringt. Wir werden auch weiterhin mit aller Kraft nach  Vollbeschäftigung streben.

Wir tun gut daran, uns immer wieder der Werte zu versichern, auf die wir in unserer demokratischen Gesellschaft bauen können. Wir müssen uns – auch im Rückblick – klar machen, dass diese Werte zum Teil hart erkämpft werden mussten; mit Wachheit, Kampfgeist und Eigensinn haben die Gewerkschaften sie verteidigt. Und diese Werte verdienen es, dass man sich auf ihrer Errungenschaft nicht ausruht, sondern sich immer wieder für sie einsetzt. 

Im Grunde erleben das Neue Rathaus und der Trammplatz ähnliche Veränderungen wie die Gewerkschaftsbewegung und die 1. Mai-Feiern: Die Wurzeln und Anfänge sind noch erkennbar – der Charakter und die Inhalte wandeln sich im Lauf der Zeit. Sie passen also gut zueinander, das Rathaus und der 1. Mai. Hannover hat mit dem neuen Trammplatz jetzt einen tollen Ort für die Feiern zur Verfügung. Einen Platz, von dem ich hoffe, dass er mit seiner Schönheit und seiner Nutzbarkeit auch den letzten Abschiedsschmerz vom alten, angestammten Klagemarkt vergessen lässt. 

In der Maizeitung und in der Ausstellung wird berichtet, dass Anfang und Mitte der 60er Jahre der 1. Mai vor dem Rathaus gefeiert wurde –Teilnehmerschwund im Zuge allgemeiner Entpolitisierung gab damals den Ausschlag. Ich setze darauf, dass der neue Trammplatz eher zum Pluspunkt für die Beteiligung wird. Dass er das verkörpert, was der Klagesmarkt lange war: „Da muss man hin“. Laut, fordernd, politisch – dabei friedlich und in gegenseitigem Respekt. 

Wir schätzen den Einsatz der durch die Gewerkschaften und Betriebs- und Personalräte vertretenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Wir sehen ihre Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger. Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere demokratische Gesellschaft ohne Gewerkschaften nicht denkbar ist! Lassen Sie uns also streiten und diskutieren, miteinander für das Wohlergehen aller in unserer Gesellschaft kämpfen. Ich freue mich darauf. Auf die Premiere und die vielen weiteren Feiern des 1. Mai auf dem neuen Trammplatz.

 


Kommentar schreiben

Netiquette
 

Selbstverständlich beachten wir die Vorschriften des Datenschutzes.
Hier geht es zur Datenschutzerklärung.

Senden
 

Netiquette

Schließen
 

Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.

Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.